Review

"24 - Redemption" war für mich eher eine Enttäuschung. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich die zugrunde liegende TV-Serie nicht kenne und daher eher unvoreingenommen, vielleicht auch mit zu hohen Erwartungen an den Film heranging, der eine Lücke zwischen der sechsten und siebten Staffel der Serie füllen soll. Vielleicht gefällt mir aber auch der Umgang mit dem ernsten Thema "Kindersoldaten" - wie er hier erfolgt - nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass der Film eher eine Notlösung mit einer aufgeblähten Handlung ist, passend vielleicht als Serienfolge (die ich dann unter Umständen höher bewertet hätte), nicht ganz gelungen als selbstständiger Film, der als solcher ernst genommen werden möchte.

Die Handlung spielt hauptsächlich in dem fiktiven afrikanischen Staat Sangala. Dorthin hat sich Ex-Agent Jack Bauer zurückgezogen. Er lebt bei seinem Freund Carl Benton, ebenfalls ein Ex-Agent, der hier eine internationale Schule für Waisenkinder betreibt. Der Staat Sangala wird von einem Putschversuch erschüttert. General Juma möchte die Macht übernehmen und die demokratisch legitimierte Regierung ablösen. Dafür hat er sich genügend Waffen organisiert und sich von ausländischen Quellen finanzieren lassen. Sein Colonel Dubaku soll währendessen Kindersoldaten requirieren, um den Marsch auf die Hauptstadt durchführen zu können. Dabei gerät auch die Waisenschule Bentons ins Visier. Jack Bauer muss nun alles daran setzen, die Kinder vor dem Zugriff Dubakus zu bewahren und zur Evakuierung in die Hauptstadt zu bringen.

Der Film (und wohl auch die Serie) wirbt damit, dass die Handlung in Echtzeit abläuft. Irgendwie scheine ich aber dieses Konzept mit der Echtzeit nicht ganz verstanden zu haben, denn die zwei Stunden (von 15 Uhr bis 17 Uhr) schafft der Film in 87 Minuten samt Abspann. Und was dort in dieser "Echtzeit" sich abspielt, hat mich zumindest in der ersten halben Stunde nur mäßig unterhalten (Action: Fehlanzeige). Erst gegen Mitte des Films nimmt die Handlung etwas an Fahrt auf, erreicht aber auch dort nur die Spannung einer durchschnittlichen TV-Serie, was mich auch zu der eingangs geäußerten Ansicht brachte, dass der Film eher als längere Serienfolge, denn als selbstständiger Film funktioniert.

Das Spiel der Schauspieler wirkt mitunter sehr rotiniert und manches Mal sogar ein wenig abgeklärt (vielleicht auch etwas "müde" nach sechs vorangegangenen Staffeln?). Auf alle Fälle wird deren Spiel der dargestellten Situation und auch dem Thema "Kindersoldaten" nur bedingt gerecht. Fast hat man den Eindruck die Thematik dient nur dazu, das Eingreifen des Helden in irgendeiner Weise zu motivieren (wobei er dazu leider auch mehrfach gebeten werden muss, denn immer wieder möchte er aus der Situation herausgehen). Für mich, der ich bei einem Afrikaaufenthalt in Burundi selber schon Kindersoldaten begegnet bin, war die Behandlung des Stoffes hier in der Regel ärgerlich, weil oberflächlich und am Ende auch unbefriedigend.

Das Ende des Films stellt ebenfalls ein gewisses Ärgernis dar. Jack Bauer (unter seinen Möglichkeiten gespielt von Kiefer Sutherland) schafft es zwar die Waisenkinder zu retten, sein Freund Carl Benton (Robert Carlyle als einziger einigermaßen überzeugender Schauspieler) stirbt auch dem Weg in die Hauptstadt (wobei das Thema "Landminen" noch abgehandelt wird). Was am Ende mit den Kindern und Jack Bauer und vor allem was mit dem dem Land Sangala geschieht, bleibt unklar. Ebenso angerissen bleibt die Nebenhandlung in Washington D.C., in der der Zuschauer etwas über die Waffenlieferungen an General Juma erfährt, deren Spuren bis ins Weiße Haus führen.

Vielleicht gibt die siebte Staffel zu den offen gebliebenden Fragen am Ende des Films eine Antwort - leider verführt der Film mich nicht unbedingt dazu, diese in der Folge anzuschauen.

Vielleicht bin ich aber ob meiner Unkenntnis der Serie selber Schuld, dass ich den Abend mit "24 - Redemption" eher als große Enttäuschung verbuche.

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