Tokio, 1970: Seit 400 Jahren kämpft die Vampirin Saya, die sich im Gegensatz zu ihren Artgenossen ihre menschliche Seele bewahrt hat, im Auftrag der Geheim-Organisation „Das Konzil der Ältesten“ gegen Dämonen und anderes übernatürliches Gesocks. Da es auf einer amerikanischen Militär-Basis seit einiger Zeit zu merkwürdigen Todesfällen kommt, die auf dämonische Aktivitäten schließen lassen, schleust das „Konzil“-Mitglied Michael Saya inkognito in den Stützpunkt ein. Getarnt als japanische Austauschschülerin stößt Saya auch schon bald auf ein ganzes Dämonen-Rudel, das im Geheimen die Ankunft ihrer Königin Onigen vorbereitet. Die junge Amerikanerin Alice, Tochter des Stützpunkt-Kommandanten General McKee, wird unfreiwillig in die Angelegenheit verwickelt, als ihr ein paar Dämonen an den Kragen wollen und Saya in letzter Sekunde mit ihrem Schwert dazwischen gehen kann. Zusammen müssen sie sich von nun an nicht nur den dunklen Mächten erwehren, die da Schindluder treiben, sondern auch gegen ein paar Auftragskiller des „Konzils“ vorgehen, die verhindern sollen, dass die Wahrheit über die Vampire ans Licht kommt und die deshalb gnadenlos alle unliebsamen Mitwisser beseitigen… Wenn man die Vampir-Action der „Blade“-Trilogie mit einem Japanische-Schulmädchen-Fetisch kreuzen würde, käme nichts anderes dabei heraus als der überstilisierte Fantasy-Streifen „Blood: The Last Vampire“, bei dem es sich nur allzu offensichtlich um die Realverfilmung eines gleichnamigen 2000er-Anime-Filmchens handelt. Der eklatante Mangel an Substanz, der sich bei solchen Adaptionen ja oftmals unangenehm bemerkbar macht, ist dann auch sicherlich der hohlen Vorlage geschuldet, die von Drehbuchautor Chris Chow nämlich ganz schön mit Flashbacks und Hintergrund-Infos aufgeblasen werden musste, um überhaupt annähernd auf abendfüllende Länge zu kommen. Immerhin ist der daraus resultierende Film mit seiner nun knapp 80minütigen Laufzeit (ohne Abspann) aber auch ebenso kurz wie kurzweilig ausgefallen. Regisseur Chris Nahon, der mit dem Jet Li-Vehikel „Kiss of the Dragon“ bereits zuvor einen brachialen Schlagetot-Streifen abgeliefert hatte, geht die Sache ergo versiert an und setzt von Anfang an voll und ganz auf die ihm zur Verfügung stehenden Schauwerte… allen voran natürlich das südkoreanische Ex-Model Gianna Jun in der Wesley Snipes-Rolle. Was ihr aufgrund ihrer zierlichen Statur und des Kostüms an inhärenter Coolness abgeht, macht sie durch eine glaubwürdige Zähigkeit und die für solche Anti-Helden übliche, verbissene Lakonik wett, weswegen man ihr die toughe Vampir-Killerin doch noch einigermaßen abnimmt. Um maximales Kapital aus der „Präsenz“ der jungen Dame zu schlagen, wird der Inhalt ergo weitestgehend von ausschweifendem, Wire-Fu-gestütztem Dämonen-Gebalge bestimmt, das dank des Schnitt-Stakkatos mit einiger Vehemenz auf den Zuschauer niederprasselt. Unter der routinierten Action-Regie von Cory Yuen darf es die Hauptdarstellerin in solchen Momenten dann auch gleich mit einer wahren Überzahl an Gegnern aufnehmen und sich mit ihrem Katana rigoros durch die feindlichen Reihen schnetzeln. „Blood: The Last Vampire“ bringt seine dünne Geschichte ergo mit reichlich Swordplay, ein paar melodramatischen Einschüben (die Mommy-Issues im Finale, ohje!) und einigem F/X-Bombast (unter anderem viel bemühtes CGI-Gesplatter) doch recht passabel über die Runden. Mein Tipp: Während eines Themen-Abends zusammen mit „Underworld“ und Uwe Bolls „BloodRayne“ für den Sexy-Vampire-Chicks-in-Action-Overkill ansehen.
6/10