Arn Magnusson, der Sohn eines schwedischen Adligen, wird bereits als kleiner Junge zur christlichen Erziehung in die Obhut eines Klosters übergeben. Als er sich jedoch in Cecilia Algotsdotter verliebt und diese schwängert, werden beide das Opfer einer Intrige. Während Cecilia für 20 Jahre als Nonne ins Kloster verbannt wird, muss Arn über denselben Zeitraum als Tempelritter im heiligen Land an den Kreuzzügen teilnehmen. Während sich Arn als tapferer Kämpfer erweist und Cecilia im Kloster aufgrund der Schikanierungen durch die Mutter Oberin Rikissa zu verzweifeln droht, wächst ihr gemeinsamer Sohn Magnus ohne Eltern auf.
Bei Arn der Tempelritter handelt es sich um eine etwas verstümmelte Version der Romane des Schweden Jan Guillou, um das Leben des wirklich existierenden Ritters Arn. Zur Ansicht hatte ich die verkürzte zwei Stunden Version zur Ansicht, die dementsprechend auch einige Fragen offen ließ. Zunächst mal ein Lob an dem Film, an dem sich so ziemliches jedes Nordeuropäische Land zu einer Megainternationalen angeschlossen hat, denn der Look des Films sieht durchaus episch aus. Tolle Landschaftsaufnahmen, authentische Kostüme, kein Wunder das der Film sich gerne mal an Königreich des Himmels anlehnt, zumal auch handlungstechnisch beide relativ eng beeinander liegen.
Was die ganze Sache ein wenig mühsam zum schauen macht, ist die Unentschlossenheit, ob man nun einen spannenden Historienfilm fabrizieren will, oder doch die unglückliche Liebesgeschichte im Vordergrund stehen soll, denn die dauernde hin und her Zapperei zwischen diesen Handlungssträngen geht mit zunehmender Laufzeit doch etwas auf den Keks. Was als spannende Kreuzrittermär mit dem unfreilligen retten des Kriegerfürsten Saladin beginnt entwickelt sich trotz der aufwendigen Produktion, nie zu so etwas wie einem Historienklassiker, von dem man einfach Massenszenen, großangelegte Schlachten und hier und da eine kleine Intrige erwartet. Das stellt sich zwar im kleinen nach der Rückkehr nach Schweden ein, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, das hier eine echte Chance vertan wurde, großes europäisches Genrekino zu schaffen.
Die Darsteller leisten alle sehr gute Arbeit, auch die Endschlacht ist nicht zu verachten, Kamera ist absolut top, nur das Endergebnis ist einfach zu zäh. Vielleicht ist die vierstündige Vollversion da etwas runder, aber die Kurzvariante ist zwar ok zum anschauen, aber nichts was vom Hocker reißt.
6/10