Review

Achtung: Diese Kritik enthält drei SPOILER*!

Wenn man ohne große Erwartungen in einen Film geht, wird man meistens entweder positiv überrascht, oder fühlt sich in seiner vorherigen Meinung - der Film ist eher Durchschnitt - bestätigt.
Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008) zeigte mir zum ersten mal, daß man in dieser Situation sogar noch so enttäuscht werden kann, daß es schon nahezu empörend ist. Die bekannte Geschichte des außerirdischen Wesens Klaatu, *welches zur Erde kommt um eben diese vor der Menschheit zu retten*, wird äußerst uninspiriert und formelhaft heruntergespult. KEANU REEVES in der Rolle des Aliens in Menschengestalt weiß weder zu begeistern, noch enttäuscht er uns. Seine bescheidenen darstellerischen Fähigkeiten passen einfach gut zum flachen Charakter des Wesens Klaatu. Es würde jedoch keinen Unterschied machen, hätte man diese Rolle komplett mit CGI animiert. Einen weiteren unwürdigen Auftritt liefert leider JOHN CLEESE als nobelpreistragender Wissenschaftler ab. Er hat aber mitunter auch den größten Schwachsinn aus dem fatalen Drehbuch abzulassen. Die sonst hervorragende KATHY BATES ist auch schlecht. JENNIFER CONNELLY weiß trotz ihres absolut unglaubwürdigen und eindimensionalen Parts zu überzeugen.  Absoluter Hassfaktor hingegen ist das extrem ätzende Blach (Sohn von WILL SMITH!), welches total nervig, saufrech, altklug und sogar sabotierend durch die Handlung poltert.
Der größte Schwachpunkt dieses fetten Hollywood-Schmarrns ist aber das bereits erwähnte, katastrophale Drehbuch. Solch einen unlogischen, pseudo-öko-mäßigen Scheiß hat man schon lange nicht mehr gesehen. Einige Höhepunkte des Unsinns:
Warum vertraut CONNELLY dem vollkommen fremdartigen Alien so mir nichts, dir nichts?
Wenn sie doch eine wichtige Wissenschaftlerin ist und mit dem Militär arbeitet, warum kann sie ihren Stiefsohn (das nervige Blach) nicht aus der Gefahrenzone holen lassen?
Warum greift die außerirdische Macht das Millitär nicht an, als Klaatu angeschossen wird?
Warum wird der Geländewagen, als er mal eben ganz trocken durch eine Militär-Absperrung fährt, nicht beschossen?
Warum wird am Ende Klaatus Anzug von den Alienbugs nur etwas angefressen, während die Viecher für ein komplettes Stadion nur wenige Sekunden brauchen?
*Die außerirdische Superintelligenz, welche die Menschheit bereits seit Ewigkeiten beobachtet und untersucht, kennt die ach so vielseitigen Menschen wohl doch nicht, und läßt sich durch ein wenig Herzschmerz-Gebrabbel umstimmen - gehts noch?*
Und solchen Scheiß gibts am laufenden Band!

Wenn man jetzt denkt, man könnte sich wenigstens an etwas Action erfreuen - Nada! Es wird viel Müll gelabert und wenig KrachBumm fabriziert. Die Computereffekte sind übrigens mittelmäßig bis langweilig. Nahezu unerträglich ist dann aufgesetzter Weinkrampf-Terror wie die Szene am Grab des Vaters des Scheißblachs. (Wäre Zombie-Dad mal aufgestanden, hätte den Film um Einiges unterhaltsamer gemacht)
Die verlogene Moralkeule der Öko- und Peace/Hippie/Love-Botschaft des Streifens ist widerlich. *Die selbstzerstörerische, böse Menschheit bekommt eine zweite Chance. Happy End. Was denken Klaatu und seine Freunde eigentlich? Das die Menschen wirklich ihre Fabriken schließen, nicht mehr bei Mc Donalds essen (geiles Product Placement übrigens im Film! Kotz), den Regenwald schonen und ihre Autos verschrotten? Nee, is' klar.*
Dieses Remake reicht in keinster Weise an das Original heran. Warum dreht Scott Derrickson, der mit Der Exorzismus der Emily Rose sehr wohl überzeugen konnte, so einen Dreck?
Im Grunde ist der Film eine Frechheit, man sollte seinen IQ am Kinoeingang abgeben...
Wegen CONNELLY und der mockierenden Darstellung der Amis noch knapp 3/10.

MovieMadness

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