Der Trailer war eigentlich vielversprechend, aber der wahre Grund, warum ich in das Remake von Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) gegangen bin, war wohl, dass ich das Original mag. Das war in seiner Zeit nämlich ein ziemlich provokanter Science Fiction, in dem die Aliens mal nicht böse, schleimig und invasorisch waren, sondern im Grunde den Menschen helfen wollten. Außerdem gabs Gort - und Riesenroboter sind sowieso cool.
Keanu Reeves als Klaatu konnte ich mir gut vorstellen, eine moderne, frische Interpretation des Stoffes reizte mich und natürlich wollte ich sehen, wie ein 2008er Gort aussieht. Also am Tag vor Heilig Abend ins leicht besetzte Kino und mal sehen.
Tja, leider ist Der Tag, an dem die Erde stillstand nichts besonderes. Visuell ganz gut gemacht vermisst man den Charme des Originals, die Tiefe der Charaktere wirkt etwas erzwungen, Keanu Reeves darf auf Grund des Drehbuchs nur teilnahmslos überlegen ernst schauen, Jennifer Connelly besetzt das Klischee der hübschen Top-Wissenschaftlerin mit Mutterproblemen, die sich des Außerirdischen annimmt, Kathy Bates als Verteidigungsministerin zeigt auch nur durch ihre Frisur abschreckende Wirkung. Einzig John Cleese als Prof. Barnhardt und James Hong als Mr. Wu überzeugen in ihren Nebenrollen.
Und Gort? Nun ja, der Auftritt war schon nicht schlecht. Aus dem 2,40m Ungetüm vom Original war ein 24m Riesenroboter geworden, der aber noch sehr wie sein Vorfahre aussah. Er hatte auch ein paar starke Szenen - bis er sich leider in Milliarden kleine Nano-Insekten auflöste, um die Erde zu assimilieren. Das war irgendwie sehr übertrieben und mir dämmerte früh, dass man das nicht mal eben mit einem Klaatu Barada Nikto aufhalten kann. Aber das Schlimmste: Gort war plötzlich nicht mehr der Name des Roboters, sondern irgendeine Abkürzung des Militärs dafür. Blöd.
Alles in allem ein Film, der eigentlich überflüssig ist, weil das Original immer noch sehenswert ist. Wie sooft mit Effekten überladen und voll von USA-Hurra-Patriotismus und einer sicher verpuffenden Aussage, dass die Welt zugrunde geht, wenn wir nicht netter zu ihr sind. Kann man sich ansehen - muss aber nicht unbedingt im Kino sein.
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