Review

Damals, 1951, machte man sich Sorgen um Atomkraft und Kernwaffen und die Kritik kam an.
Heute biedert man sich dem Öko-Zeitgeist an und die Botschaft vermengt sich mit milliardenfach umherschwirrenden Nanobots im Nichts.
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Fassungen vom „Tag, an dem die Erde stillstand“.

Zumindest bietet die Rolle des Außerirdischen Klaatu eine Paraderolle für Keanu Reeves, da er sich mit nur einem Gesichtsausdruck im Anzug präsentieren kann.
Dieser taucht mit einer großen Kugel im Central Park auf, wird angeschossen und landet bei Fachleuten der US-Regierung. Wissenschaftlerin Helen (Jennifer Connelly) nimmt sich seiner an und setzt große Hoffnungen auf den Heil bringenden Botschafter, während das Militär ihre erfolglosen Attacken gegen die Extraterrestrischen unbeirrt fortsetzt.

Da latschen und laufen also die meiste Zeit drei Figuren (Connellys Stiefsohn (Jaden Smith) ist allenfalls drolliges Beiwerk) durch die Gegend, doch einen tieferen Sinn lässt sich dahinter kaum ausmachen. Das sieht zwar zwischenzeitlich schick aus, wenn die riesige Kugel im Nebel landet und ein paar Figuren von der Wucht weggeschleudert werden oder später kleine Roboter eine Brücke in Sekundenschnelle entmaterialisieren, doch so richtig warm wird man mit dem Geschehen nicht, weil eben nichts Tiefgreifendes dahinter steht.

Zu den Figuren baut man nur leidlich Nähe auf, da es zwischen ihnen kaum ein Zusammenspiel gibt, das über die üblichen Mutter/Kind-Probleme hinausgeht und der emotionslose Außerirdische in Menschengestalt erst zum Ende mit den wahren Hintergründen über außerirdische Absichten rausrückt.
Merkwürdig nur, dass der unglaubliches kann; Gedanken lesen, per Telekinese Gegenstände fliegen lassen und auch sonst alles über die Menschen weiß, aber den ganzen Film über mit nur wenigen Menschen umhertapern muss, um ganz neue Einsichten zu gewinnen.

Und wenn denn mal emotionale Momente in den Vordergrund treten, wird’s gleich kitschig triefend, anstatt vermehrt auf Schock und Nachdenklichkeit zu setzen, was das Original zumindest zu seiner Zeit geschafft hat, - hier gehen sämtliche Andeutungen von Öko-Kritik an einem vorbei, da es an adäquaten Szenen mangelt und das Skript offensichtlich nie so genau weiß, welche erklärenden Fakten es überhaupt auf den Tisch legen soll.

Viele bekannte Gesichter und ein recht interessanter Einstieg täuschen letztlich nicht über die inhaltliche Schwammigkeit hinweg, auch wenn die Action mit explodierenden Helikoptern und der betont biblischen Gleichung der Heuschrecken und der Arche ganz ansehnlich ausfallen.
Man wird zu keiner Zeit mitgerissen, es wird zuviel debattiert und zu wenig zerstört.
Die Mischung ist unausgegoren, oberflächlich und nur auf den ersten Blick kurzweilig, da zumindest die Effekte einen passablen Unterhaltungswert liefern, - der Rest bleibt allerdings Wischi-Waschi auf oberflächlichem Niveau.
4 von 10

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