Eines Tages steht vor der Haustüre von Norma (Cameron Diaz) und Arthur Lewis (James Marsden) ein hölzernes Kästchen vor der Tür. Tags darauf eröffnet Ihnen ein im Gesicht verunstalteter Mann (Frank Langella), dass sie nur den Knopf darauf zu drücken brauchen um eine Million Dollar zu bekommen. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass durch den Knopfdruck ein Mensch stirbt, den die Lewis nicht kennen.
24 Stunden Bedenkzeit und für den Fall, dass der Knopf nicht gedrückt wird gibt`s 100 Dollar Aufwandsentschädigung für das Ehepaar.
Das Paar untersucht die Box, überlegt lange bevor Norma schliesslich den Knopf drückt.
Die Vereinbarung wird prompt eingehalten. Der Mann steht mit einem Geldkoffer vor der Tür, nimmt die Box wieder mit und Norma und Arthur bleiben mit Gewissensbissen zurück.
Wer war dieser Mann? Ist tatsächlich jemand durch den harmlosen Knopfdruck ums Leben gekommen? Welchen Hintergrund hatte das Angebot, welchem Zweck dient es?
Um dies zu erfahren stehen dem geneigten Zuschauer ungefähr 115 lange, manchmal schon qualvolle Filmminuten bevor....
Regisseur Richard Kelly (Donnie Darko) hat sich hier eine Kurzgeschichte von Richard Matheson vorgenommen, die als Kurzgeschichte durchaus funktionieren mag. Die Filmfassung jedenfalls hat mit einigen ganz gravierenden Problemen zu kämpfen.
Da wären zuerst mal die Länge des Films. Eigentlich OK, aber nach dem Angebot zieht sich der Streifen nahezu endlos hin, bis erstmal der Knopf gedrückt wird.
Nach der Geldübergabe wird dem Zuschauer erneut ein kleines Nickerchen gegönnt, das nur durch einigen größtenteils wirren Unsinn unterbrochen erst ab Spielminute 90 wieder die Kurve in Richtung nachvollziehbare Handlung und Auflösung des ganzen Tam-Tam`s kriegt.
Wer hier also eine klar verfolgbare Handlung erwartet, die zudem noch straff erzählt wird und auch etwas Action bietet liegt hier absolut falsch.
Wenn man die Sache näher betrachtet und sich an Kelly`s "Donnie Darko" erinnert, dürfte dies auch klar sein. Kelly scheint kein Regisseur für leichtverdauliche Mainstream-Kost zu sein. "The Box" ist ein neuerlicher Beweis dafür!
Hier geht es nicht um vordergründige Unterhaltung! Nein, der Streifen stellt einige Fragen, die von wirklicher Bedeutung sind. Für den einzelnen und uns alle!
Welche dies sind verrate ich natürlich nicht, aber auch wenn der Film viel zu lang ist lohnt es sich für diejenigen, die zum nachdenken angeregt werden wollen, bei der Stange zu bleiben!
Wie gesagt auf dem Weg zur Auflösung wird man mit allerlei unverständlichem konfrontiert, was man vielleicht sogar nochmals sehen muß um es wirklich zu verstehen.
Ich jedenfalls habe den Streifen nun einmal in der Originalfassung gesehen und nach dem Ende bekam ich wirklich Lust ihn nochmals anzuschauen obwohl ich während den ersten 3/4 der Spielzeit alles andere als begeistert war.
Kommen wir noch kurz zu den Darstellern. Als "Star" wird hier Cameron Diaz gelistet, die nach einer längeren Auszeit nun wohl versucht von den ihr bisher angestammten Rollen wegzukommen.
Diese mehr dramatische Rolle meistert sie nicht gerade mit Bravour, aber immerhin halbwegs glaubhaft. An ihrer Seite spielt "Cyclops" James Marsden seinen Part auch nicht gerade berauschend, aber ganz passabel herunter.
Der wirkliche Star, zumindest im Verhältnis zu den beiden erstgenannten, ist Frank Langella. Sein Charakter, Arlington Steward, kommt trotz der nicht sehr überzeugenden Gesichtsverletzung wirklich gut rüber. Speziell in den Szenen als er den Eheleuten seine Angebote unterbreitet oder auch seinem Gefolgsmann die Sache mit den Kisten erklärt.
Filmtechnischer Natur kann man "The Box" nichts anhängen. Keine Mikrofone im Bild, technisch alles ganz sauber, aber unspektakulär. Solide!
Wie bereits gesagt, Filme von Richard Kelly sind nicht unbedingt einfach anzuschauen. "The Box" macht hier keine Ausnahme. Sein visueller Stil ist eigen (Man bedenke hier bloß die endlose Tortur des Anblicks der gräßliche 70`s Wohnungsdeko der Familie Lewis - eigentlich eine Beleidigung für jedes Zuschauerauge!), der erzählerische mindestens ebenso, vom Tempo mal ganz abgesehen und trotzdem gelingt es ihm irgendwie auch unvorbereitete, aber offene Zuschauer durch eine wahre Anti-Mainstream-Hölle zum Ziel zu schleifen. Dort wartet dann sowas wie Erkenntnis, die dazu verführen kann, sich den ganzen Streifen gleich nochmal auf der Suche nach mehr davon anzuschauen...
Fazit: "The Box" ist nicht einfach zu bewerten. Mainstream-Kinogänger werden an ihm verzweifeln und ihn verfluchen. Etwas offenere Gemüter werden wahrscheinlich die zum Nachdenken anregende Auflösung erkennen und sie zu schätzen wissen. Und die Fans....Selbstläufer!!!