Lavinia Wilson spielt eine junge Kellnerin, die in einem Gasthaus im Berner Oberland tätig ist. Gerade als es scheint, dass sie ihren Freund, dem wiederum das Gasthaus gehört, in absehbarer Zeit heiraten wird, begegnet ihr im Supermarkt der Koch einer indischen Filmcrew, gespielt von Vijay Raaz, der sich schlagartig in sie verliebt, die Stelle des Kochs im Gasthaus übernimmt und von nun an die Einheimischen mit indischen Delikatessen verwöhnt.
"Tandoori Love" liegt die eigentlich gar nicht mal so schlechte Idee zu Grunde, einen Heimatfilm, der kaum abgelegener in den Tiefen der Schweizer Alpen spielen könnte, mit einem klassischen Bollywood-Vertreter zu kombinieren. Doch der Kulturclash, der hier fabriziert wird, ist weder amüsant, noch so einfallsreich, wie er gern wäre.
Denn letztlich wirkt "Tandoori Love" einfach durchweg zerfahren, irgendwie orientierungslos und bringt seine beiden Genres auf keinen gemeinsamen Nenner. So bedient man sich hier und da vereinzelter Bollywood-Klischees, aber mehr als bunte Kleider und den einen oder anderen Song, der natürlich entsprechend zelebriert wird, kann man dem indischen Quasi-Genre nicht abgewinnen und verlässt sich allzu oft darauf, dass die Idee, einen Bollywoodfilm in den Tiefen der Alpen spielen zu lassen, an sich schon lustig genug ist, um den gesamten Film zu tragen.
Doch dazu reicht es nicht einmal im Ansatz. "Tandoori Love" erzeugt vielleicht einen oder zwei Lacher, mindestens drei mal so viele Rohrkrepierer und ist auch als Liebesfilm im Endeffekt überhaupt nicht ernst zu nehmen, da sich der indische Koch und die Schweizer Kellnerin wie Fremdkörper gegenüberstehen, bei denen eine Beziehung derart undenkbar ist, dass auch die größten Romantiker ihre Probleme damit haben werden, den Liebesfilm als solchen ernst zu nehmen. So plätschert das Geschehen langsam und öde vor sich hin, zumal es Regisseur Oliver Paulus nicht so richtig für nötig befindet, gelegentlich mal das Tempo zu erhöhen, sodass nur ein paar nette Aufnahmen der Landschaften und gut inszenierte Gesangs- und Tanzeinlagen für einen Hauch von Unterhaltung sorgen.
Um noch als Komödie durchgehen zu können, greift Paulus auf den Dampfhammer zurück und streut immer wieder Gewalteskalationen und Ähnliches ein, die jedoch genauso unpassend sind, wie so ziemlich alles am gesamten Film. Und diese Fehler können auch die Darsteller nicht kompensieren, auch wenn Lavinia Wilson überhaupt keinen Grund zur Beschwerde lässt und Vijay Raaz, der seine Rolle ruhig aber souverän ausführt, ebenfalls nicht schlecht besetzt ist, wobei zwischen den beiden die Chemie im Endeffekt auch nicht stimmt.
Fazit:
"Tandoori Love" ist der missglückte Versuch, Bollywood und Heimatfilm zu kombinieren, scheitert daran, dass er sich zwischen die Stühle setzt und damit befremdlich wirkt, als Liebesfilm nicht ernst zu nehmen ist und für eine Komödie viel zu wenige gute Gags zu bieten hat.
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