Zwar wird während des kompletten Streifens nicht einmal der Begriff des Werwolfs verwendet, doch um diese dürfte es wohl gehen, wenn von einer Mischung aus Tier und Mensch gesprochen wird.
Wenn man allerdings als Regisseur nicht in der Lage ist, entweder brauchbare Kostüme entwerfen zu lassen oder fähige Typen am Computer sitzen zu haben, sollte man besser Erotikfilme drehen, wobei dieser nicht weit davon entfernt ist.
Vic und Nora sind solche blutrünstigen Werwölfe. Während Vic total dominant ist, muss Nora ständig neue Opfer in die Falle locken. Eines Tages gelingt Nora die Flucht und landet in einem Provinznest, in dem sie den sympathischen Jarrett kennen lernt.
Man vögelt auf Teufel komm raus und Jarrett scheint sich beinahe ebenfalls in eine Kreatur zu verwandeln, doch Vic hat längst Noras Spur aufgenommen…
Die billige Aufmachung lässt von vornherein auf kein Meisterwerk des Werwolf-Horrors hoffen. Viele Szenen finden in einer Bar statt, einige auf einem Fabrikgelände oder in einem gehobenen Club, - doch keiner dieser Orte schafft ansatzweise Atmosphäre.
Auch die miserable Synchro sticht sogleich ins Ohr, obgleich einige bekanntere Stimmen etwas vom miesen Gesamteindruck kaschieren können.
Was dem Ganzen jedoch fast schon im Vorfeld des Finales das Genick bricht, sind die vielen Softsexszenen, die oft minutenlang andauern, zwar ästhetisch gefilmt sind, aber wie inhaltslose Lückenfüller wirken und recht schnell Langeweile aufkommen lassen.
Dabei kann die Figur des Jarretts das Geschehen eine Zeit lang auf seinen Schultern tragen. Die Vorgeschichte mit Sportunfall, Stress bei der Arbeit, die tiefe Freundschaft mit der Kellnerin und dem Inhaber der Bar, - soweit ein Sympathieträger.
Doch als die leicht verruchte Nora in jener Bar erscheint und Jarrett problemlos um den Finger wickelt, geht es mit ihm und der Glaubwürdigkeit der Handlung steil bergab.
Neben den zahlreichen Erotikeinschüben mangelt es über weite Strecken an Bewegung, was sich erst ändert, als sich Vic auf die Suche begibt und an einer Tankstelle die Bedienung plättet.
Leider fließt indes kaum Blut und wenn, wackelt die Kamera so stark, um Unvermögen der FX bestmöglich zu vertuschen, doch noch sind wir nicht im letzten Drittel…
…denn hier wird es regelrecht hanebüchen, was die Darstellung der Monster betrifft.
Bis dato war die Egosicht mit blauer Netzhaut ja reichlich plump, doch wenn am Ende zwei CGI-Hunde im blauen Nebel, annähernd durchsichtig aufeinander einhacken, mag man seinen Augen kaum trauen.
Das regt weder zum Schmunzeln an, noch kommt innerhalb dieser Szenen Spannung auf, so dass man zum unweigerlichen Showdown zwischen Gut und Böse schon beinahe gewillt ist, vorzeitig abzuschalten.
Auch wenn das Tempo zum Finale merklich anzieht und das Timing ein wenig besser sitzt, so kann man nicht über dermaßen miese Effekte hinwegsehen.
Ins Gesamtbild fügen sich entsprechend schwache Darsteller, obgleich Naveen Andrews in der Rolle des charismatischen Bösewichts Vic gut besetzt ist und auch Marc Blucas als sein Gegenspieler okay agiert, demgegenüber performen jedoch alle anderen auf unterstem Niveau.
Wahrscheinlich also handelt es sich um einen Werwolf-Film, sicher kann man sich nach Sichtung dieser grottigen Darstellungsweise jedoch nicht sein.
Gute Ansätze sind zwar vorhanden, einige Figuren erwecken phasenweise Interesse, doch so wirkliche Spannung will bei dem vorhersehbaren Treiben einfach nicht aufkommen.
Dabei wäre mit guter Maske oder passablen Computereffekten sogar noch ein brauchbares Mittelmaß zustande gekommen, so hingegen verspielt man den letzten Bonus der ersten okayen Aufbauphase.
Schade drum, aber wer auf handfesten, bissigen Horror steht, sollte um diesen Streifen einen großen Bogen machen.
3,5 von 10