Der Film basiert auf dem 1845 erschienen gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Alexandre Dumas (1802–1870) und stellt sich als überaus opulentes Historiendrama dar.
Der Film verlangt nicht nur aufgrund seiner Laufzeit einiges vom geneigten Zuschauer ab. Wer sich in der französischen Geschichte zur Zeit der Spätrenaissance nicht auskennt, wird sich schnell durch die Vielzahl der Beteiligten und die fehlende Einführung in die Hintergründe der französischen Religionskriege überfordert fühlen.
Aber nicht nur unbelastete Zuschauer, auch der Fan "gängiger" Historienfilme wird von diesem Werk vielleicht erschlagen werden, da die blutigen Ereignisse "nur" den Hintergrund für dieses Drama liefern und vor allem Sitten und Gebräuche und die politischen und persönlichen Intrigen im Vordergrund stehen. Diese ermöglichen allerdings einen wendungsreichen Plot, so dass es gelingt, den Zuschauer bei der Stange zu halten.
Diese Intrigen bieten der französichen Starriege eine gute Plattform, um zu darstellerischen Höchstleistungen aufzulaufen, allen voran die Adjani und Virna Lisi, aber auch Jean-Hugues Anglade als geisteskranker König, der wie schon in "Killing Zoe" seine Eignung für solche Rollen unter Beweis stellt.
Man mag kaum glauben, dass gerade die religiösen Auseinandersetzungen mit deratigem Kalkül geführt wurden, ganz zu schweigen davon, dass der gesamte Lebenswandel nun rein gar nichts mit christlichen Werten zu tun hatte.
Aufbauend auf einer üppigen Inszenierung präsentiert dieses Werk durchweg Bilder, die selbst während der brutalsten Sequenzen immer noch eine Kunstfertigkeit ausstrahlen, die beeindruckend ist. Nachteil dabei ist, dass der Zuschauer nicht ins Geschehen hineingezogen wird, sondern immer eine gewisse Distanz gewahrt bleibt. Das der eine oder andere bei einigen Bildern an den Holocaust erinnert wurde, halte ich zwar für nachvollziehbar, aber auch für überzogen und daher fehl am Platze.
Fazit: Opulenter Bilderrausch, der den Zuschauer teilweise leicht "überfordert".
7/10