Review

kurz angerissen*

Patrice Chéreaus Interpretation der für die französische Geschichte so einschneidenden Ereignisse rund um das Hugenotten-Massaker ist mit seiner epochalen Lauflänge oft das erwartete monumentale Kostüm- und Ausstattungsfest, in anderen Szenen jedoch auch schmutzig, intim und unangenehm nah am menschlichen Körper. Massenschicksale werden eng mit politischen Einzelentscheidungen und emotionalen Handlungen verknüpft, Intrigen am Hof erzeugen fatale Schneeballeffekte. Deswegen klebt die Erzählung nah an Isabelle Adjani und Jean-Hugues Anglade, um anschließend auszuschwenken und apokalyptische Bilder von Massengräbern zu liefern. Die beinahe drei Stunden, die sich der Regisseur Zeit nimmt, sind keineswegs einfach zu bewältigen; vielmehr gleichen sie einer Selbstgeißelung, die erst mit dem Abschluss ihren Ertrag offen legt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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