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Mexiko City. Der Schüler Roberto beobachtet eines Tages, wie ein kleines Mädchen von ein paar Halbstarken drangsaliert wird. Er löst sich aus einer Gruppe von Mitschülern und eilt dem Mädchen entschlossen zu Hilfe. Bei der Rangelei holt er sich eine blutige Nase. Sein Vater ist jedoch mächtig Stolz auf ihn und weiht ihn in ein Geheimnis ein: Hinter einem Bild in seinem Arbeitszimmer hängt eine silberne Maske. Es ist die Maske des mexikanischen Ringers und heldenhaften Kämpfers gegen das Böse: Santo - El Enmascarado de Plata. Jahrelang war es Robertos Vater, der als El Santo Verbrechern aller Art mutig und entschlossen entgegentrat und der die silberne Maske vor Jahrzehnten von seinem Vater übernommen hatte. Roberto wiederum soll eines Tages ebenfalls das Erbe seines Vaters antreten und in die Rolle von Santo schlüpfen. Nach vielen Jahren ist es schließlich soweit: Der inzwischen erwachsene Roberto legt eines Tages die silberne Maske an und wird dann vom treuen Diener Matias in einen geheimen Raum im Keller des Hauses geführt. Hier befindet sich Santos Schaltzentrale mit Funkgeräten und zahllosen technischen Gadgets. Von nun an wird ein neuer Santo den Kampf gegen das Böse aufnehmen. Und die erste Bewährungsprobe steht auch schon bevor...
Die Journalistin Virginia von der Tageszeitung "Novedades", ihr Freund, der Polizist Fernando Lavalle und dessen Assistent Conrado besuchen eines abends eine Sportveranstaltung. Bei dem als "Jai Alai" bekannten Ballspiel beobachtet Virginia drei Männer, die einem der Spieler in der Halle verdächtige Zeichen geben. Virginia vermutet, dass das Spiel manipuliert werden soll und wittert eine große Story. Fernando ist jedoch zunächst skeptisch und würde ihr am liebsten verbieten, weitere Recherchen durchzuführen. Virginia lässt sich jedoch nicht von Ihrem Verdacht abbringen und geht der Sache weiter nach.
Schon bald stellt sich heraus, das ihr Verdacht richtig ist. Der Gangsterboss Don Cosme und seine Handlanger manipulieren immer wieder Spiele, um hohe Summen beim Wetten abzukassieren. Als Virginia einige Zeit später im Auftrag ihres Verlegers über einen Ringkampf zwischen Santo und einem anderen Ringer berichten soll, wird sie von Fernando und Conrado begleitet. Plötzlich entdeckt sie im Publikum die drei Männer, die ihr auch schon beim Jai Alai Spiel aufgefallen waren und beobachtet diese während des Kampfes. Dabei fällt ihr auf, wie einer der Männer heimlich eine Flüssigkeit auf Santos Handtuch verteilt. Gerade noch rechtzeitig kann sie Santo warnen, der anschließend feststellt, dass es sich um eine Säure handelt, mit der er ausgeschaltet werden sollte. Als die Ganoven versuchen, sich aus dem Staub zu machen, kommt es zu einer wilden Schlägerei zwischen den Gangstern und den Polizisten, doch in dem Getümmel können die Männer entkommen. Von nun an interessiert sich nicht nur die Polizei, sondern auch Santo dafür, wer hinter den Machenschaften steckt. Santo überreicht Fernando eine spezielle Uhr, mit der er den maskierten Ringer jederzeit per Funk zu Hilfe holen kann.
Fernando und Conrado verfolgen alsbald eine Spur, die sie zum Nachtclub "Trocadero" führt. Dort werden sie Zeugen, wie einer von Don Cosmes Handlangern versucht, einen Jai Alai Spieler dazu zu überreden, ein Spiel im Sinne der Bande zu manipulieren, doch der Mann weigert sich. Beim nächsten Spiel wird er von einem Ball tödlich am Kopf getroffen. Der Vorfall wird von der Polizei als Unfall eingestuft, doch in Wahrheit hat der im Sold von Don Cosme stehende Spieler Tony den unkooperativen Mitspieler absichtlich getötet. Als Santo etwas später versucht, von Tony etwas über die Drahtzieher der Wettbetrügereien zu erfahren wird Tony aus dem Hinterhalt erschossen.
Ein weiterer Spieler, der hohe Spielschulden bei Don Cosme hat und das nächste Spiel manipulieren soll, wird von Santo kurz vor Beginn aus dem Verkehr gezogen. Santo übernimmt dessen Position in der Mannschaft und verhindert den Betrug. Nach dem Ende des Spiels kommt es im Umkleideraum zu einer heftigen Schlägerei zwischen Santo, Fernando, Conrado und mehreren Gangstern, von denen einige jedoch entkommen können. Don Cosme hat nun aber genug von Santos Eingriffen in sein lukratives Geschäft und lässt aus Deutschland den Ringer Max Stromberg (!) einfliegen, der gegen Santo im Ring antreten und ihn ein für alle mal ausschalten soll. Um auf Nummer sicher zu gehen, soll einer von Don Cosmes Leuten Santo in einem geeigneten Moment mit einem in einem Geigenkasten versteckten Gewehr erschießen. Der Plan geht jedoch schief und statt Santo wird Max Stromberg tödlich von einer Gewehrkugel getroffen. Don Cosme ist darüber gar nicht erfreut uns als letztes Mittel lässt er nun Virginia und Fernando entführen, um Santo eine Falle zu stellen. Als Santo den beiden zu Hilfe eilt, wird er schon von Don Cosme und seinen Leuten erwartet. Mit einem Trick und seinen überragenden Fähigkeiten kann Santo schließlich alle Gangster unschädlich machen und Don Cosme seiner gerechten Strafe zuführen...
SANTO CONTRA EL REY DEL CRIMEN erzählt eine weitgehend unspektakuläre Kriminalgeschichte um organisierten Wettbetrug im Sportmilieu. Der Film ist ziemlich fahrig und nur wenig stringent inszeniert, und allein der korpulente Oberbösewicht Don Cosme, der "König des Verbrechens", sorgt für ein paar interessante Momente. Don Cosme sitzt die meiste Zeit hinter seinem Schreibtisch, auf dem sich fünf oder sechs Telefone drängeln und platziert ständig irgendwo Wetten, während seine Männer die Drecksarbeit erledigen. Ein buckliger Zwerg wieselt dabei die ganze Zeit um ihn herum oder sitzt neben ihm auf(!) dem Schreibtisch, um Telefonverbindungen nach Don Cosmes Anweisungen herzustellen oder ihm ein Glas Wasser zu reichen. Um einen gleichwerten Gegner für Santo zu organisieren, telefoniert der sprachbegabte Don Cosme in einer witzigen Szene auch mit "Amburgo", und das klingt dann ungefähr so: "Ich brauke das so schnell...Der beste Mann du hast schick mir. Das ist gut. Auf Wiedersehen!"
El Santo selbst tritt, trotz des Filmtitels, relativ selten in Aktion. Er mischt sich ein paar mal in Schlägereien ein, nimmt an einem Jai Alai Spiel teil (bzw. sein Double), hat zwei Auftritte im Ring und rettet am Ende den Tag. Santos Vater wird im Übrigen von der mexikanischen Regie-Legende Rene Cardona, sen. dargestellt, der die Maske des Helden an seinen Sohn weiterreicht (à la "Das Phantom"), damit die Legende von El Santo weiterlebt. Zu Beginn des Films tritt Santo sogar ohne Maske auf, jedoch sieht man ihn nur von hinten. Auch wenn die Ansiedlung der Story im Umfeld des Jai Alai Spiels ungewöhnlich ist, zeichnet sich der Film insgesamt nicht eben durch besondere Originalität aus und die episodenhafte Struktur der Inszenierung lässt so etwas wie einen Spannungsbogen gar nicht erst aufkommen, zumal der Zuschauer schon frühzeitig über die Machenschaften des Bösewichts aufgeklärt wird, während die Protagonisten noch länger im Dunkeln tappen. Um den Film auf eine angemessene Länge zu bringen werden nicht nur Minutenlang Szenen aus Jai Alai-Spielen gezeigt, sondern auch noch zwei längere Ringkampf-Sequenzen, und die Fredy Guzmán Combo erhält ebenfalls Gelegenheit, ausgiebig zu musizieren. Technisch ist der Film kompetent gemacht, doch die Ausstattung ist dank eines eher kleinen Budgets recht bescheiden und die meisten Action-Szenen wirken ein wenig unbeholfen. Die Szenen im Ring zwischen Santo und Fernando Oses bzw. "Max Stromberg" sind aber ziemlich dynamisch und kurzweilig inszeniert, während die belanglosen und langweiligen Jai Alai-Spielszenen viel zu ausführlich vorgeführt werden.
Als Virginia in einer Szene vor der Zeitungsredaktion in Ihr Auto einsteigt und wegfährt, kann man sehr schön die Zuschauer erkennen, die auf der unzureichend abgesperrten Straße die Dreharbeiten beobachten.
SANTO CONTRA EL REY DEL CRIMEN ist der erste von drei Santo-Filmen, die 1961 entstanden sind und die bis 1998 als verschollen galten. Die beiden anderen sind SANTO CONTRA EL CEREBRO DIABÓLICO und SANTO EN EL HOTEL DE LA MUERTE. Die Filme wurden quasi back-to-back mit der gleichen Crew und den zum Teil gleichen Darstellern gedreht.

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