Review

Episoden 1-12

Serien über den Alltag japanischer Schülerinnen mit Fokus auf Humor und niedlichen Charadesigns sind ja längst zu einem Standartgenre in de Japanimation geworden und haben neben Klassikern wie Azumanga Daioh oder Lucky Star auch viel Durchschnittsware hervorgebracht.
Etwas Abwechslung könnte also nicht schaden haben sich wohl auch die Macher von "Manabi Straight!" gedacht und die Handlung von der Gegenwart einfach mal ein Stück in die Zukunft gelegt.
Tatsächlich keine schlechte Idee muss ich sagen und die Problematik rund um die sinkenden Schülerzahlen und die damit einhergehenden Probleme sind nicht nur sehr wahrscheinlich, sondern bringen auch einiges an Vorlagen um das zu tun was solche Serien vor allem immer intensiv tun, nämlich in idealisierten Erinnerungen ans Schülerleben zu schwelgen.

Am Genre-typischen Aufbau kommt man aber natürlich trotzdem nicht vorbei. Die Fünfer-Mädchenkombo hat also den gewohnten Querschnitt aus Persönlichkeiten zu bieten, von schüchtern-tollpatschig bis zum lebensfrohen "Airhead".
Dafür gibt es aber einen recht durchgängigen Handlungsbogen statt eher lose aneinander gereihten Ausschnitten aus dem Leben der Mädels und auch wenn die Handlung trotzdem nicht all zu umfangreich ist (eigentlich beschränkt sie sich im Großteil auf den Kampf ums Schulfest) so bietet sie doch einen brauchbaren roten Faden an dem dann neben den zu erwartenden Gags auch viel Schulpathos aufgehangen wird. Bestes Beispiel dafür dürfte wohl die Schulhymne sein die einen regelmäßig in der Serie begegnet und, als idealisiertes Spiegelbild der Realität, auch hier als feierlicher Ausdruck von all der Großartigkeit des Schülerseins steht.
Überhaupt geht "Manabi Straight!" in diesem Punkt ganz besonders weit. Ist sonst der nostalgische Blick zurück aufs eigene Schülersein mehr oder weniger Nebeneffekt der Serien, ist es hier eines der Hauptanliegen, das durch den vorhergesagten Untergang unserer derzeitigen Schulkultur in der Zukunft entsprechend verstärkt wird.
Na ja, so lang die Serie nicht darunter leidet, von mir aus.

Die eigentlichen Stärken der Serie liegen derweil ja auch bei den sympathischen Charakteren, dem meist gut funktionierendem Humor und den passenden und gut inszenierten emotionalen Momenten rund um tiefe Freundschaft, selbstloses Engagement und was sonst noch gut und recht ist in dieser Welt. Was für Herz und Seele also.

Interessante Randnotiz für alle die sich auch immer für "Hinter den Kulissen" interessieren.
Bei "Manabi Straight!" hat man versucht auch in der Produktion neue Wege zu gehen und auf den sonst üblichen Regisseur als obersten Mentor der Produktion verzichtet. Stattdessen wurden dessen Aufgaben in einer Art Gemeinschaftsarbeit von diversen Leuten aus dem Produktionsteam mit erledigt.
Ich könnte jetzt nicht sagen in wie weit das Auswirkung auf das fertige Produkt hätte. Wäre ich nicht auch per Zufall über diese Hintergrundinformation gestolpert, rein an der Serie selber wäre mir nichts aufgefallen. Aber vielleicht zeigt das nur dass das Experiment erfolgreich war.

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