Highrise Invasion
Nah an hitchcockigen Gefilden, noch mit genug 70s-Textur und auch irgendwo bei Carpenters oft eher übersehenerem "Someone's Watching Me!" kommt dieser "Hochhauskillerflick" über... naja, eben mysteriöse Morde in einem Hochhaus. Viele Verdächtige, etwas nackte Haut, viele Weirdos mit Traumata, falsche Fährten und handfeste Ermittlungsarbeit. Das funktioniert. Keine Großtat. Aber vollkommen fein. Auch durch ein paar berühmte Gesichter, die man so jung gar nicht gewohnt ist...
Schlüssellöcher wie Augen, Türspione wie Messer
"The Doorman" als Alternativtitel halte ich für den besseren Titel. Der reißerische deutsche Titel macht's kaum besser. Aber eigentlich egal unter welchem Mantel, ich glaube Mitte der 80er hätte es dieser Apartmentkomplexkrimi immer schwer gehabt. Er posiert halt zwischen den Gezeiten und trifft keinen Geschmack gänzlich. Slasher, Psychothriller, Penthouseparanoiakrimi, Charakterstudie. Ein bißchen angestaubt, ein bißchen morbide, ein bißchen pervers und krank. Aber nie zu sehr. Könnte auch als minimal abgedrifteter TV-Thriller durchgehen. Dass fast alles in einem einzigen Schauplatz und Gebäude spielt gefällt mir. Das New York dieser Zeit hat immer seine dreckige, abgründige Faszination. Insgesamt etwas bieder und grau. Aber nicht ohne seine Reize und Spuren von Nüssen. Und ein vollkommen engagierter, perfider und faszinierender Ian McShane hebt das Ganze nochmal etwas an.
Fazit: der immer tolle Ian McShane (hier noch sehr jung), schöne NYC-80s-Vibes, das konzentrierte Setting und eine gewisses, stilvolleres Thrillergewand erhöhen diesen "Slasher" etwas über seine Konkurrenz. Der müsste gar nicht so unscheinbar sein!