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Piep, piep, piep, ich hab dich lieb!


Wenn ein Film nie in Deutschland veröffentlicht wurde, weder einen Kinorelease hatte noch im Heimkino das Licht der Welt erblickte, wenn ein Slasher das boomende VHS-Zeitalter ohne Lebenszeichen verschlafen hat, dann kann es sich eigentlich nur um eine Vollgurke handeln. Ein kleines Wunder, dass "Offerings" dies nicht ist, obwohl er offensichtlich nie ansatzweise an sein Vorbild um Michael Myers herankommt. Für Slasherfans ist dieser gestörte Liebende jedoch durchaus eine Entdeckung wert. Allein für den recht hohen Bodycount und die vielen kopierten Elemente höherklassiger Vertreter des Subgenres. Es dreht sich um einen Jungen, der als Kind von seinen Nachbarn schikaniert und sogar in den Brunnen geworfen wird. Als er zehn Jahre später gewaltsam aus der Psychiatrie ausbricht und an den nun halbstarken Rackern Rache nimmt, weiß er etwas ganz Besonderes mit deren Überbleibseln zu tun. Die Angebetete wird doch sicher den ein oder anderen Finger oder ein Ohr gebrauchen können, oder?


"Offerings" ist eine tragische Nachgeburt von "Halloween". Allein wegen dem Score könnte Carpenter Klage erheben. Doch dazu blieb dieser gebefreudige Psychopath zu sehr unter dem Radar. Ein Kill mit einem Schraubstock ist das zynische Highlight des Films und die unglückliche, verstörend tragische Seite des Killers bleibt am ehesten hängen. Der Rest ist Füllmaterial und "Offerings" ist weiter als ein Messerstich davon entfernt, ein guter Slasher zu sein. Doch komplett in Vergessenheit zu geraten hat er nicht verdient. Da wurde schon viel größerer Schund in überteuerte Mediabooks gesteckt. Und einen so liebenswert-naiven Psychopathen sieht man nicht alle Tage. Wenn Michael Myers das pure Böse ist, dann ist unser Geschenkekiller fast das Gegenteil. Er weiß kaum wohin mit seiner Liebe. Drückt sie nur schmerzlich falsch aus. Was den Opfern ein paar Körperteile und ultimativ ihr Leben kostet. Doch ist er mir immer noch lieber als die Bullies und Hohlbirnen der gezeigten Vorstadt.  


Fazit: "Halloween"-Abklatsch mit mehr Augenzwinkern und überraschendem Charme. Kann man sich als Slasher-Liebhaber ruhig antun. Beißt nicht. Verschenkt nur ein paar Körperteile!

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