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Die 17jährige Mari und ihre Freundin Paige geraten, als sie von dem jungen Justin Drogen kaufen wollen, an dessen Gangster-Bruder Krug und dessen Komplizen. Sie schänden die beiden Mädchen, bringen Paige um und lassen Mari schwer verletzt und im Glauben, sie sei tot, zurück. Die Täter suchen Unterschlupf am nahe gelegenen Haus, in welchem Maris Eltern wohnen. Als sie dahinter kommen, wer sich bei ihnen verkrochen hat, packen sie ihr Waffenarsenal aus um die Taten, die ihrer Tochter angetan wurden, zu rächen.

Das sich auch Wes Cravens Rape and Revenge Thriller irgendwann mal der Remake Euphorie beugen mußte war ja relativ leicht voraus zu sehen. Zumindest behielt der Altmeister hier selbst noch als Produzent selbst einen Großteil der Kontrolle, so daß man zumindest Hoffnungen auf eine gelungene Neuinterpretation hegen konnte. Logischerweise hielt man sich weitestgehend an das Grundgerüst der Geschichte, behielt sich aber doch einige entscheidende Änderungen vor.
Da wäre zum Beispiel die Anzahl und Überlebenden Charaktere, die um zwei entscheidende Figuren aufgestockt wurde, aber auch das mainstreamkompatible Ende ist neu, mit dem ich so ganz glücklich auch nicht wurde, denn schließlich war das Original einfach ein "dreckiger" Film (ok 2009 gilt das auch so) und sollte auch dementsprechend so enden. Den Extra Honig Aufstrich hätte es nicht wirklich gebraucht.
Zu Beginn dürfen wir hier auch gleich den Ausbruch Krugs und seiner Spießgesellen erleben und damit auch der letzte Redneck kapiert, das das ein ziemlich sadistischer Haufen ist, halten sie gleich mal dem sterbenden Cop das Foto seiner Kinder unter den blutenden Kopfschuß. Weiter geht's zur intakten Familie der Collingwoods und so haben wir nach wenigen Minuten alle wichtigen Personen etabliert, die gut/böse Karten verteilt, es darf also wieder zur Vergewaltigung und anschließendem Rache-Halali der Eltern geblasen werden.
Auffallen tun dabei zunächst mal die viel besseren technischen Möglichkeiten, die man hier ausspielen konnte. Es wirkt alles moderner (klar, liegen ja auch 37 Jahre zwischen beiden Streifen), dynamischer und auch CGI ist aus modernen Horrorfilmen kaum noch wegzudenken. Paradox ist da schon eher, das die Neuversion deutlich höheres Tempo aufweist, obwohl er sogar etwa 30 Minuten länger ist als das Original. Die Längen in der Geschichte, die bei Craven ab und an drin waren, wirken hier wesentlich glatter.
Auch in Sachen härte zeigt man sich heute deutlich expliziter. Spielte sich 1972 noch sehr viel im Kopf des Zuschauers ab, wird hier schon mal gelegentlich die Gore Karte gespielt. Da freut sich der Splatterfreund, was man mit Eispickeln und Mikrowellen so alles Böses anstellen kann und auch der Medizin Student freut sich über Gratisunterricht im Nase nähen und richten. Ansonsten halten sich für mich beide Filme in etwa die Waage, der eine ist deutlich psychisch intensiver, der andere dafür weniger sperrig, soll sich jeder seinen Favoriten rauspicken.
6/10

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