Sophie Ward spielt eine Parapsychologin, die zusammen mit ihrem neusten Medium, einem Studenten mit übernatürlichen Fähigkeiten, gespielt von Jonas Armstrong, in ein mysteriöses Spukhaus zieht. Sie finden schließlich heraus, dass es sich bei diesem Haus, in dem es in den letzten Jahrzehnten zu einigen merkwürdigen Todesfällen gekommen war, um eine Zwischenstation zahlreicher Seelen diverser Verstorbener handelt. Doch die toten sind mitteilungsbedürftig und so kommt es zu einigen Vorfällen.
Clive Barker genießt aufgrund seiner zahlreichen literarischen Werke und seiner Filme, von denen sich vor allem "Hellraiser" großer Bekanntheit und eines gewissen Kultstatus im Genre erfreut, durchaus großes Ansehen innerhalb des Horrorgenres. Daher ist es alles andere als überraschend, dass mittlerweile bereits die Kurzgeschichten Barkers adaptiert werden, aber trotz der relativ interessanten Grundidee und der eingefügten Rahmenhandlung bietet "Book of Blood" bei Weitem nicht genug Substanz, um auf Spielfilmlänge bestehen zu müssen.
So sind die Charaktere leider allzu flach konstruiert und kommen nicht über die Anhäufung diverser Genreklischees hinaus. Die allmähliche Steigerung der mysteriösen Ereignisse im Spukhaus ist derweil relativ kalkulierbar und verläuft beim besten Willen zu langsam, sodass "Book of Blood" kaum an Fahrt aufnimmt und auf eher mäßigem Niveau unterhält. Und diesen weniger guten Grundeindruck können auch die Wendungen am Ende kaum kompensieren, da sie auch nicht wirklich genial daherkommen und "Bood of Blood" nicht mehr als solide zum Abschluss bringen.
Dabei punktet das Werk von Regisseur John Harrison, der bisher im Grunde ausschließlich mit TV- und B-Produktionen wie "Supernova" in Erscheinung getreten ist, lediglich durch die wenigen, gut dosierten und geschickt platzierten Splatter-Szenen, die zwar nicht allzu brutal sind, aber durchaus die Spannung zu steigern wissen, genauso, wie die relativ dichte Atmosphäre, die vor allem aufgrund der düsteren Kulisse, des langsamen Tempos und der guten Darstellerleistungen zustande kommt, wobei die zahlreichen Traum-Sequenzen ihre Übriges dazu beitragen. Harrison vermag es jedoch kaum, die Atmosphäre weiter auszunutzen, so sind kaum größere Schock- oder Spannungsmomente vorhanden.
Jonas Armstrong spielt seinen Part in diesem unterdurchschnittlichen Horrorfilm durchaus ordentlich und überzeugt sowohl als geheimnisvolles Medium, als auch später als Opfer der Toten und seines sadistischen Peinigers. Und auch Sophie Ward zeigt eine Darstellung ohne größere Fehler, sodass es letzten Endes vor allem der Cast ist, der "Book of Blood" durchaus noch von einer vollkommen billigen und überflüssigen Fließbandproduktion abhebt.
Fazit:
Die Atmosphäre ist durchaus relativ düster und auch die Darsteller sind nicht schlecht, aber "Book of Blood" unterhält dennoch eher mäßig, da es dem Horrorfilm, der langsam und seicht dahinplätschert, sowohl an qualitativer und quantitativer Substanz, als auch an echten Schockmomenten mangelt.
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