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Die Autorin Mary Florescu schreibt über paranormale Phänomene und ist Gastdozentin an einer Universität, wo sie in ihrer Vorlesung Simon McNeal kennen lernt. Dieser verfügt über hellseherische Fähigkeiten. Sie gewinnt ihn für ihr neues Projekt. Er soll als Medium im Dachgeschosses eines alten Hauses, wo sich einst Grauenvolles zugetragen hat, übernachten und als Medium fungieren. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse, denn das Haus ist eine Kreuzung ins Jenseits. Die Toten wollen gehört werden und übermitteln ihre Nachrichten, indem sie diese in Simons Haut schneiden, er wird zum Buch des Blutes.

Mit Book of Blood beginnt man nun Clive Barkers tolle Geschichtensammlung der Bücher des Blutes auch in filmische Form zu pressen. Es ist dabei fast schon erstaunlich, das man ein FSK 16 Rating anstrebte, da ist man von Erzählungen bzw. Verfilmungen des Meisters doch eher rote Aufkleber auf den DVD Hüllen gewohnt. Als wirklich gelungen kann man den ersten Auszug aber kaum bezeichnen. Auch wenn man die Ausgangsposition ein wenig variiert, bleibt es doch im Grunde die typische Spukhaus Geschichte, das hier als Begegnungsort zwischen der Welt der Lebenden und der Toten für Grusel sorgen soll.
Die Story wird dabei etwas schwer zugänglich und nonlinear präsentiert. Es dauert ein gutes Weilchen bis sich überhaupt so etwas wie ein Plot herauskristallisiert, nach dem rätselaufgebenden Beginn flashbackt man sich zu einem ebenso rätselhaften Haus in dem ein Teenie von Geisterkräften getötet wird (der Gesichtshaut Abzieh Special Effect ist dabei wirklich erste Sahne geworden), dann landen wir an der Uni bei einer Gastprofessorin für Parapsychologie und etablieren erst dann die eigentlich Ermittlungsarbeiten eines Dreierteams (Prof nebst Gehilfe plus medial begabten Studenten).
Dann gibt es erst mal die typischen Aktionen wie Kameraaufstellen, Suche nach Cold Spots und geheimnisvollen Nachrichten an der Wand nach dem Motto "macht euch nicht über uns lustig" oder "ihr hört nicht zu". Zwischendurch entpuppt sich der Student dann als Schwindler, aber dann doch wieder nicht. Wirklich stringent oder strukturiert wirkt das alles nicht unbedingt. Gelungen ist aber die Idee, das die Toten erst Ruhe finden, wenn sie den Lebenden ihre Geschichte erzählen, wenn auch als Schnittmuster auf der Haut des armen Simon (ich hab mich aber die ganze Zeit gefragt, wie Legionen Geister da Platz drauf finden sollen).
Neben der Szene mit der jungen Toten sind diese Ritzungen der Epidermis die einzigen wirklich harten Szenen. Die Tricks ind dabei wirklich gut gemacht, da hätte ich gern mehr von gesehen. Visuell weiß Book of Blood zu überzeugen, der Anblick der Toten die in ihrer Welt auf sehnsuchtsvoll auf den Kreuzungspunkt zuschreiten bleibt sicher in Erinnerung. Leider sind solche Highlights doch etwas zu selten, als das man den Film wirklich empfehlen könnte, dazu treten einfach zu viele Längen auf. Auch die Kanten der Story hätten noch etwas geglättet gehört. So bleibt doch eher ein eher durchschnittliches Vergnügen.
5/10

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