Review

Zwei befreundete Familien treffen sich in einem abgelegenen Landhaus, um dort zusammen Silvester zu feiern. Mit von der Partie sind sämtliche Kinder der Familien, die allerdings nach einiger Zeit immer verhaltensauffälliger und aggressiver werden. Schließlich eskaliert die Situation und die Eltern müssen sich gegen ihre Kinder verteidigen.

Vor kurzem erst habe ich mir den Film „Who can kill a child?“ von 1976 angeguckt und war sehr beigeistert. Ebenso schätze ich den thematisch verwandten „Das Dorf der Verdammten“ von 1960. Diese britische Produktion aus dem Jahr 2009 geht thematisch in eine sehr identische Richtung, auch hier kommt es zum (blutigen) Konflikt Eltern-Kindern. Allerdings mit „zeitgenössischen“ Schockeffekten und etwas mehr Blut.
Leider fand ich den Film „The Children“ aber auch bei weitem nicht so bedrohlich wie die beiden genannten Filme. Messerschwingende Kinder mit bedrohlich angemalten Augen wirken auch im englischen Winter eher grotesk als bedrohlich. Und das Bedrohliche der alten Filme war ja eben, dass die Kinder ihre Kindlichkeit beibehielten. Hier dagegen verhalten sie sich eher wie Zombies.
Der Film hat einige gut platzierte Schockmomente und auch die Kinderdarsteller waren überzeugend, allerdings war das Geschehen oft vorhersehbar und oft genug ertappte ich mich dabei, wie ich mich über die größtenteils unsympathischen Eltern und ihre z.T. bizarren Reaktionen sehr ärgerte. Immer wieder gewundert hat mich auch (normalerweise ist mir so etwas völlig egal!), dass man trotz des winterlichen Wetters nie den Atem der Darsteller sieht...na ja, vielleicht auch Vorboten der Klimaerwärmung.
Durchaus positiv empfand ich das Fehlen einer Erklärung für das Verhalten der Kinder (es gibt nur ein paar Andeutungen über die Ursache)...

Insgesamt ein nicht unspannender Versuch, ein gewissermaßen tabuisiertes Thema im Gewand eines Thrillers relativ unblutig (Gorehounds werden eher enttäuscht sein) zu verarbeiten. Irgendwie ist Regisseur Tom Shankland ehrenhaft gescheitert, vieles blieb dann doch zu sehr in den gewohnten Genrebahnen und ließ die Kinder stellenweise wie fleischgewordene Chucky-Puppen agieren. Vielleicht waren aber meine Erwartungen auch zu hoch. Besser fand ich da, an Neuem aus England, definitiv „Eden Lake“.

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