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Garstige Kinder scheinen in der Horrorwelt wieder im Kommen zu sein, "The Children" erweist sich darunter als spannender Genrevertreter, in Szene gesetzt von Tom Shankland (WAZ - Welche Qualen erträgst du ?), der auch das Drehbuch verfasste.

Elaine (Eva Birthistle) und ihre Schwester Chloe (Rachel Shelley) wollen Silvester zusammen verbringen, so versammeln sich beide Familien im abgelegenen Landhaus von Chloe und ihrem Mann Robbie (Jeremy Sheffield). Nur Teenager Casey (Hannah Tointon) ist von diesem Familientreffen nicht sonderlich begeistert, auch scheinen die kleineren Kinder alle krank zu sein. Ihre zunehmende Veränderung scheint nur Casey aufzufallen, plötzlich hat Robbie einen schrecklichen Unfall. Aufgrund eines Schneesturmes sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und die Kinder haben sich vollends in blutrünstige Killer verwandelt, die ihr Werk erst vollendet sehen, wenn alle Erwachsenen tot sind. In der Abgeschiedenheit beginnt ein Überlebenskampf bei dem Eltern gezwungen werden, sich gegen ihre eigenen Kinder zu wehren.

Es ist wirklich so spannend wie es klingt, aber eine Erklärung sollte man von Shankland nicht erwarten, die darf man sich quasi selbst zusammenbasteln. Es beginnt wie ein grippaler Infekt, jedoch werden die Kinder dabei immer aggressiver, was den Eltern jedoch anfänglich nicht auffällt. Ein schönes Familienfest scheint es trotzdem nicht zu werden, denn es liegt einiges im Argen. Die rebellische Casey hat nämlich andere Pläne und will sich von ihren Freunden abholen lassen, auch Stiefvater Jonah (Steven Campbell Moore) entpuppt sich rasch als Störfaktor, so ist die Familienidylle von Anfang an ein wenig getrübt. Das Ganze spielt sich in der Abgeschiedenheit ab, das große Haus von Chloe und Robbie ist vom Wald umgeben, die verschneite und von anfang an unheimliche Landschaft löst beim Zuschauer eine Gänsehaut aus. Shankland erzählt seine Story sehr langsam, in ruhigen aber intensiven Bildern. Ein bisschen Geduld sollte man mitbringen, denn in der ersten halben Stunde geschieht nicht sonderlich viel. Auch das dortige Kindergeschrei vermag manchmal zu nerven, dennoch machen die unbekannten Jungdarsteller einen respektablen Job. Mit dem Unfall von Robbie darf der Horror beginnen. So sind die Erwachsenen den Kleinkindern zwar in jeder Hinsicht haushoch überlegen, doch wer würde schon bei seinen eigenen Kindern Hand anlegen ?

Auch wollen die Erwachsenen das Ganze nicht so sehen, wie es ist. Elaine muss ihren eigenen Sohn töten und steht bei den anderen erstmal als Bumann da. Besonders Chloe will nicht an das Böse in ihren Kinder glauben und Jonah hält Casey für die Übeltäterin. Die Emotionen ihrer Eltern wissen die kleinen Biester schamlos auszunutzen, besonders Jonahs richtige Tochter Miranda versucht den Verdacht stets auf Casey zu lenken. So gelingt es Shankland die Spannungsschraube kontinuirlich anzuziehen, ohne dabei je die Brutalitäten ausarten zu lassen. Trotzdem fallen die wenigen Tötungen ziemlich grausam aus, auch die Kinder müssen dran glauben. Aber Shankland überschreitet dabei keine Grenze, obwohl er mit dem roten Lebenssaft nicht geizt. So erkennen die Erwachsenen viel zu spät die eigentliche Situation, ein Hilferuf schlägt wegen des Schneesturmes fehl. Auch die Flucht mit dem Auto erweist sich als bedingt erfolgreich, Shankland lässt den Zuschauer mit einem schlechten Gefühl zurück. Das Ende ist offen, verfehlt seine Wirkung aber nicht, obwohl diese Variante nicht unbedingt von Ideenreichtum zeugt. Die Darsteller machen ihre Sache aber durchweg gut, ein bisschen weniger Geschrei wäre in manchen Szenen angebracht gewesen, trotzdem gibt es nichts auszusetzen.

Man muss sich ein Weilchen gedulden bis "The Children" sich entfaltet, auch bleiben alle Fragen offen. Aber Shankland weiss diesen eigentlich ungleichen Kampf packend in Szene zu setzen, ohne dabei Tabus zu brechen. Trotzdem ist dies eine schaurige Angelegenheit mit einigen Spannungsspitzen und Bluteinlagen.

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