Hoppla, da ist mir wohl über die Jahre hinweg ein guter Horrorfilm durch die Lappen gegangen, der fast einstimmig mit einer guten Bewertung glänzen kann. Das lag wohl am Titel "The Children", der sehr oft Bestandteil von lauen Lappen ist...
Elaine (Eva Birthistle) besucht mit ihrem Mann Jonah (Stephen Campbell Moore) und ihren drei Kindern ihre Schwester Chloe (Rachel Shelley) und deren Familie in einem abgelegenen Landhaus, um mit ihnen gemeinsam Weihnachten zu feiern. Elaines 15-jährige Tochter Casey (Hannah Tointon) ist alles andere als begeistert von solchen Familienfeiern und fügt sich nur widerwillig. Während der Weihnachtsfeier zeigen die Kinder erste Krankheitssymptome. Leah (Rafiella Brooks) und Nicky (Jake Hathaway) bekommen Husten mit blutigem Auswurf, alle vier geben sich weinerlich und missgelaunt. Elaines 9-jährige Tochter Miranda (Eva Sayer) bekommt während des Festessens sogar einen Tobsuchtsanfall und übergibt sich. Doch die beiden Familien wissen nicht, das dies nur der Anfang einer totbringenden Krankheit ist (für die Erwachsenen) ist...
Wie man dem Cast schon entnehmen kann, spielt kein namhafter Darsteller mit, was ich ehrlich gesagt ganz gut finde, da viele dieser namhaften Darsteller viel zu viel Geld verdienen und in letzter Zeit massig miese Filme abliefern. Somit konnte ein Großteil vom Budget für andere Sachen ausgegeben werden: Zum Beispiel für eine sehr durchdachte Geschichte. Ja, da waren wir wieder an dem Punkt, an dem Hollywood sich seit fünf Jahren die Zähne ausbeißt: Ideen und gute Stories.
"The Children" beginnt gemütlich und riecht nach Weihnachtsbraten mit leichter Verdaulichkeit. Auch bei den ersten Symptonen der Kinder wird hier noch nicht die Bude gerockt. Dennoch wird von Minute zu Minute die Geschichte dichter, die Spannung steigt an und das, was über den Bildschirm flimmert, dürfte auch bei den Härtesten Angstgefühle aufkommen lassen. Kurz zusammen gefasst: "Last Christmas" von Wham wird zum blanken Terrortrip (wenn wir gerade mal bei dem Thema sind: Gibt es eigentlich einen, der dieses Lied mag?)
Regisseur Tom Shankland und seine Crew legen wenig wert auf blutige Effekte (obwohl es davon auch einige sehr gute zu bestaunen gibt), sondern sie konzentrieren sich eher auf die Wirkung der anwesenden Kinder. Es ist schon Wahnsinn, was so ein bischen Make Up und leere Gesichtsausdrücke bei Kindern ausmachen können.
Die Verstörung beim Zuschauer wird zusätzlich gesteigert, da die Kinder zwischen kindlicher Wimmerei und Kichern (ist ja auch normal für dieses Alter) plötzlich Stimmungsschwankungen an den Tag legen können, die an Zombies oder die Kinder aus "Kinder des Zorns" erinnern.
Das einzige, was mir gehörig auf den Sack geht, ist die Tatsache, dass man bei jedem Mord ein Schnittgewitter auf den Zuschauer loslässt, wobei man komplett die Übersicht verliert. Für den einen mag dieses Stilmittel unverbraucht und gut wirken, bei mir wirkte es so, dass "The Children" dadurch einen wertvollen Punkt verliert - denn auch wenn man sich noch so von allen Horror-Klischees losreißen will - ich hätte gerne die Übersicht gehabt. Und nein, ich bin kein Spladder-Kiddie.
"The Children" zeigt eindrucksvoll, dass man mit einer anständigen Story auch sehr gute Filme ohne namhafte Darsteller abdrehen kann und so bekommt der Zuschauer mit "The Children" einen nervenaufreibenden und hochspannenden Horrorthriller, der lediglich mit seinen hektischen Schnitten negative Wertungspunkte einfahren muss.
8/10