Review

Jack Frost, seines Zeichens mutierter Killerschneemann, ist zurück um sich an den Überlebenden aus Teil 1 zu rächen. Dafür verfolgt er Polizist Sam Tiler und Anhang bis auf eine karibische Ferieninsel, wo alsbald der frostige Winter Einzug hält.....

Okay, die Fronten sollten von Vorneherein geklärt sein. Beim zweiten Aufguss des eiskalten Killers handelt es sich um eine regelrechte Parade des schlechten Geschmacks, die sich in keiner Szene ernst nimmt und sich alle paar Minuten selbst auf die Schippe nimmt. Da ist selbst die Tatsache, dass hier tatsächlich ein Schneemann den slashenden Buh-Mann gibt, nur die Spitze des Eisbergs.

Nach einer witzigen Pre-Title Sequenz in der die Geschehnisse aus Teil 1 kurz angerissen werden, gehts auch gleich los mit der völlig hanebüchernen ‚Wiedergeburt’ des Jack Frost. Eine unvorsichtig im Labor abgestellte Kaffetasse bringt das Unheil ins Rollen und eh man sich versieht hats auch schon das erste Opfer erwischt. Derweil bricht die Familie Tiler samt Verwandtschaft zum Weihnachtsurlaub in die Karibik auf, wo sich Sam von seinem Schnee-Trauma erholen soll.
Erstmal angekommen im Ferienparadies werden die anwesende Club-Belegschaft sowie die restlichen Urlaubsgäste vorgestellt, wobei sich in der Reihe der potentiellen Opfer durchaus einige witzige Gestalten tummeln. Vorallem der Parade-Animateur ‚Captain Fun’, sowie der britisch pedantische Clubchef, können einige Lacher verbuchen. Zusätzlich gibts die obligatorischen optischen Werte, in Form einer Gruppe, durchweg ansehnlicher, leichtbekleideter und selbstverständlich strohdoofer Girlies. Das Klischee wird hier nicht nur bedient sondern völlig überspitzt. Kein Wunder also, dass sich Jack, kurz nach seiner Ankunft auf der Insel, auch gleich einen Dreierpack der Mädls vornimmt und mittels Eiszapfen, Eis-Amboss und Grillzange über den Jordan schickt. Apropos Ankunft: Wer sich jetzt ernsthaft frägt, wie zum Teufel so ein mutierter Killerschneemann in die Karibik kommt, der sei vor dem weiteren Filmverlauf ausdrücklich gewarnt. Die Trashkeule wird hier rücksichtslos geschwungen, auch wenn klar ersichtlich ist, dass diese Logikkrater durchweg von den Machern gewollt sind.
Doch weiter in der Geschichte. Mittlerweile sind die blutigen Überreste der Mädls gefunden und der eifrige Club-Chef, immer auf das Wohl seiner Gäste bedacht, würde das Ganze am Liebsten als Haiangriff abtun. Doch da hat er die Rechnung ohne Agent Manners gemacht. Der ehemalige FBI-Agent verdingt sich derzeit, rein zufällig versteht sich, als Sicherheitsbeauftragter auf der Ferieninsel und wittert bereits die Präsenz des ehemaligen Sträflings Jack Frost....

Jede weitere Erläuterung dieser absolut irr(oder stumpf...)sinnigen Handlung erübrigt sich, da das geschriebene Wort, dem hier gebotenen Treiben kaum gerecht werden kann. Mit zunehmender Laufzeit triftet der Film immer mehr in die Trash-Ecke ab und spätestens wenn Jack, in bester „Gremlins“-Manier, seinen Nachwuchs auf der Insel verteilt, sollte der Zuschauer den ersten Kasten Bier bereits intus haben. Die kleinen Schneeballbabys erweisen sich als blutrünstige kleine Biester, die sich weder durch eine Runde im Mixer oder einen Aufenthalt im Sandwich-Toaster erledigen lassen. Dabei sind die Dinger dermaßen billig am PC generiert worden, dass man sich fast an das gute alte „Pac-Man“ erinnert fühlt. Überhaupt wirkt alles, was in diesen Film digital eingefügt wurde, als stamme es aus dem angehenden letzten Jahrzehnt. Der Eine mags als charmant, der Andere als absolute Verarschung empfinden. Lobenswert dagegen, die durchweg handgemachten Splattereffekte, die in einem Film dieser Güte, geradezu professionell realisiert worden sind. Bei den vielen gory Szenen bleibt nun wirklich kein Auge trocken. Da zersplattert es den Kopf eines Möchtegern-Models, da trennt ein Schneeball den Arm eines Urlaubers aufs Blutigste ab und was Jack so alles mit Eiszapfen anrichten kann, wird dem Zuschauer ebenfalls detailgetreu gezeigt.
Für die gediegene Gore-Unterhaltung ist also gesorgt, was allerdings noch nicht ganz ausreicht, um den Film in die ‚Hall of Fame’ des Funsplatters aufzunehmen. Den leider muss man attestieren, dass sich das, eh schon kaum vorhandene Niveau, öfters mal komplett verabschiedet und der Nonsense teilweise in Untiefen vordringt, die man selbst als Verfechter des schlechten Geschmacks nicht mehr tolerieren kann.
Ein weiterer Wehmutstropfen ist Jack Frost himself, der leider mit einer schwachen Stimme und noch schwächeren One-Linern geschlagen ist. Kaum ein Spruch des Killers, der nicht peinlich unpassend rüberkommt. Selbst im O-Ton bleibt dieses Manko bestehen, wobei man sich bei „Jack Frost 2“ die deutsche Synchronisation sowieso verkneifen sollte. Diese schafft es tatsächlich, kaum eine Pointe zu treffen und den Film noch billiger wirken zu lassen, als er eh schon ist.

Trotz einiger Negativpunkte bleiben unterhaltsame 90 Minuten, die hirnschonend und überaschend blutig daherkommen. Sofern man das Ganze als übertrieben klamaukige Parodie mit gehörigen Splatter- und Trasheinschlag akzeptiert, wird man ordentlich bedient und bekommt zwischendurch immer wieder richtige Brüller serviert. Seine besten Lacher hat der Film eindeutig, wenn die Protagonisten versuchen, das völlig übertrieben unrealistische Geschehen rational zu erklären und dabei selbst in schallendes Gelächter ausbrechen. Desweiteren darf man sich über diverse, stark überzeichnete Stereotypen und einen klassischen Slasherverlauf im ‚10 kleine Negerlein-Prinzip’ freuen.
Nur wer diesen Film ernst nimmt, hat schon im Voraus verloren, und wird wenig Freude mit „Jack Frost“ haben. Dafür ist der Streifen einfach zu weit weg, von gängigen Konvention und phasenweise zu seicht überspitzt.

Aber was solls, Spass muss sein. Ich vergebe 6 von 10 Wertungspunkten.

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