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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 29.07.2009 Genau das, was man von Clint Eastwood nach "Mystic River" und "Million Dollar Baby" erwarten konnte. Ein Hinweis darauf, wie vielschichtig die Gesellschaftsstudie und erneute Selbstdemontage in ihrer erzählerischen Schlichtheit geworden ist, bietet das Cover: Unscheinbar das Auto und die Hauptfigur vor schwarzem Hintergrund zeigen, wird nach Ansicht des Filmes ein Kaleidoskop an Erinnerungen wach, Erinnerungen an Gedanken, die sich während dieser hingebungsvollen, ebenso humorvollen wie dramatischen 112 Minuten entwickelt haben. *weitere Informationen: siehe Profil
6
Ich werde mich kurz fassen. Gran Torino wird lediglich durch die Schauspielleistung von Easwood zu einem Film, den man sich anschauen kann. Die Handlung ist sehr überschminkt, macht einen künstlichen Eindruck und ist nicht wirklich revolutionär. Zu durchsichtig und übertrieben ist der Wandel vom konservativem, verbittertem, egoistischem und vom Krieg geprägtem Rentner zu einer hilfsbereiten, offenen und freundlichen Persönlichkeit. Ein fast schon typisches Muster für mainstream USA-Filme. Mit etwas mehr Authentizität in der Handlung, einer etwas besseren Nebenrollenbesetzung und einer kreativeren Kamera wäre der Film zu einem wirklichen Hit geworden. Und die Kernaussage des Films ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. 6/10
10
Nehmen wir mal an, Dirty Harry Callaghan ist in Ruhestand getreten und tristet seinen Lebensabend, mit all seinem Zynismus und Rassismus, auf der Veranda eines kleinen Hausen in mitten eines amerikanischen Vorortes. Das in etwa ist mir durch den Kopf geschossen, als ich „Gran Torino“ sah. In bester Eastwood-Manier wird dem Betrachter hier ein schonungsloses Spiegelbild vor die Augen gehalten, welches dem einen mehr und dem anderen weniger die eigenen Vorurteile verdeutlicht. Genau wie die, einst umstrittene, „Dirty Harry“-Reihe rechnet auch dieser Film mit dem Zuschauer auf seine ganz eigene Weise ab und knallt ihm die Zaunlatte der Sozialkritik treffsicher ins Genick. Über den Darsteller, der fast den gesamten Film auf seine Schulter trägt, brauche ich hier nicht wirklich ein Wort zu verlieren. Nur soviel sei gesagt, das ist der beste Eastwood seit langen und seit „Erbarmungslos“ auch die beste Abrechnung mit dem Alter. Hut ab! 10/10 Points