Review

Glück, Zufall, Bestimmung

Im mehrfach oscarprämierten "Slumdog Millionaire" geht es um einen jungen Mann, der auf dem Stuhl bei der indischen Wer wird Millionär?-Ausgabe sitzt. Ihm traut natürlich keiner viel Wissen oder Intelligenz zu, erkennt man doch seinen recht niedrigen Rang in der Gesellschaft & sein junges Alter. Man wirft ihm sogar eher das Betrügen vor. Warum er wirklich & ehrlich Frage um Frage richtig beantwortet & sich sogar zur Millionenfrage durchkämpfen kann, kriegen wir anhand von Ausschnitten aus seinem Leben voller Schmutz, Kriminalität, Zufällen, Liebe & Leben in den indischen Slums, erklärt.

"Slumdog Millionär" ist aufgeblähtes, ganz großes Weltkino. Und das ist absolut nicht böse oder verwerflich gemeint, sogar ein richtig angenehmer Luftzug im sonst immer klein gehaltenen Genre/Filmgattung. Eigentlich eher für & von Kunst- & Filmliebhabern über die Jahre langsam per Mundpropaganda (oder Internet) entdeckt, startete dieses Meisterwerk von Danny Boyle auf Anhieb durch. Mit seiner indischen Magie, westlichen Einflüssen & viel Herz, gewann er nicht nur die Herzen der Academy & der weltweiten Fachpresse, sondern hatte auch Erfolg. Ein Hit auf ganzer, internationaler Ebene. Ein modernes Epos, Nahezu-Meisterwerk & transzendierende Erfahrung. Der Film öffnet Augen, Ohren & Herzen, ohne dabei zu kitschig, belehrend oder gutherzig zu wirken.

Von den jungen Schauspielern über genug indische Atmosphäre & Einflüsse (sogar Tanzeinlagen) bis hin zum wertvollen, hochwertigen Look - was stimmt hier eigentlich nicht? Mal Drama, mal Liebesfilm, großes Abenteuer oder wunderschöne Gangster-Ballade - auch Genres können das Werk nicht wirklich halten. Ein Crowdpleaser aller erster Güte, den man nur mögen kann. Oder haten. Nicht zu lang, nicht zu lieblich, nicht zu hart, nicht zu weich. Gratwanderung erfolgreich abgeschlossen, indisches Kino wieder einer neuen Generation vorgestellt. Auch wenn das Feeling jetzt nicht komplett einmalig & neu ist (ich sag nur "City of God"), ist der Film doch in jeder Minute sehenswert & nur selten richtig kitschig. Hater gonna hate - sollen sie doch, wird nicht alles was erfolgreich + gut ist niedergemacht in unserer virtuellen Welt, in der jeder seinen Senf dazu geben darf?

Fazit: Bollywood trifft Hollywood = grandioses Weltkino!

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