Review

"Der erste Schritt in Richtung Glück ist immer der schwierigste…"

Es beginnt mit Nahaufnahmen von Kevin Spacey der schon nach wenigen Sekunden durch seine Mimik in der Lage ist, eine Spannung über die Leinwand aufzubauen. Er verstärkt dies mit dem Satz "Gefühle sind ein Haufen Schei..e!". Kein schlechter Satz für einen Psychotherapeuten und man merkt erfreut, dass es sich bei SHRINK nicht um ein alltägliches Drama handelt. Im weiteren Verlauf werden mit viel Indie-Charme und gutem Soundtrack die diversen anderen Protagonisten vorgestellt.

Wer auf entsprechende Dramedys, eine gute Mischung zwischen Drama und schräger Comedy steht, wird bei SHRINK bestens bedient. Die Geschichte von Dr.  Henry Carter (Kevin Spacey) als kiffender Psychiater der die Stars aber auch normalen Bürger in Hollywood versucht zu therapieren und aber selbst immer mehr diversen Drogen verfällt, ist deart realistisch gestaltet, dass man fast vergisst einem Film beizuwohnen. SHRINK wechselt zwischen lakonisch böse und fast zum brüllen komisch ab.

Er besticht durch seine intelligenten und ausgefeilten Dialoge, die auf der Humor-Skala von wirklich aberwitzig bis treffend-zynisch anzutreffen sind. Es wimmelt nur so von skurrilen Charakteren und einer der Höhepunkte ist Robin Williams als vermeintlich sexsüchtiger laut eigenen Aussagen "funktionierender" Patient von Kevin Spacey. Dabei vergisst SHRINK nicht eine bittere Gesellschaftskritik, Drogenmissbrauch, die berufliche Leistungsgesellschaft, psychotische Verhaltensweisen und auch die Traumfabrik Hollywood kräftig aufs Korn zu nehmen.

Die dabei einhergehende melancholische Grundstimmung in Bezug auf einige eher nicht humoristische Aspekte der Geschichte wechselt sich gut mit den mehr komischen Einlagen ab, welche aber nicht überwiegen. Auch wenn nicht im letzten Drittel einige dramaturgische Längen einschleichen kann SHRINK für einen gleichsam unterhaltsamen und nachdenklichen Filmabend empfohlen werden. Allein wegen Kevin Spaceys Verfall und seinen immer größer werdenden Tränensäcken lohnt sich der Film.

7/10 Stiefpatenbrüder....äh,....Punkten

Details
Ähnliche Filme