Review


Inhalt:

China, zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 - 1644, christlicher Zeitrechnung), die sich einmal mehr in einer sehr schweren Krise befindet!
Der Kaiser (Lo Wei) ist ein äußerst schwacher, völlig verunsicherter Regent, der de facto nur eine sehr geringe Machtbasis besitzt.

Dies will der skrupellose und machtgierige Eunuch Gui Dehai (Pai Ying) für sich nutzen. Er tötet die 1. Konkubine Kun Erh (Ou-Yan Sha-Fei) des Kaisers, danach deren Sohn.
Schließlich erpresst er den Kaiser..., der in seiner Verzweiflung Selbstmord begeht.
Gui Dehai, nunmehr praktisch Alleinherrscher über das "Reich der Mitte", will seine Macht durch die Ausrottung der gesamten kaiserlichen Familie sichern, doch befindet sich der Thron-Folger, Prinz Zhu Jin (Tsung Hua), nicht vor Ort. Gui lässt den Prinzen nunmehr gnadenlos verfolgen...!

Der Prinz, auf der Flucht, wird er von einem Meister der Bambus-Stockkampf-Techniken vor der Gefangennahme durch die "rechte Hand" des Eunuchen, Ye Zicong (Wong Hap aka Wang Hsieh), bewahrt.
Dieser Meister des Bambus-Stockkampfs ist der alte Man Gong Sun (Yang Chi-Ching), der ein Haus in den Bergen zusammen mit seiner Tochter (Meng Chia) und zwei Enkeln bewohnt. Er nimmt den Prinzen unter seine Fittiche, und ein umfassendes Training in Bambusstock- und Schwertkampf beginnt.

Eunuch Gui Dehai wird von einem alten Mann aufgesucht... Ma Liangbo (Hao Li-Jen). Dieser Mann, ist der Vater des Eunuchen, der ihn vor 20 Jahren verließ. Damals hatte der Eunuch eine Frau, die eine Tochter gebar, kurz darauf verließ Gui Dehai Vater, Frau und Tochter.
Dieses Geheimnis des Eunuchen muss aus machttaktischen Gründen ein solches bleiben, und Gui Dehai tötet seinen Vater erbarmungslos. Auch die Ex-Frau und die Tochter sollen sterben.

Eine Killer-Truppe macht sich auf den Weg, erreicht die Mutter und die erwachsene Tochter, die schöne Yanyan (Lisa Chiao). Die Mutter wird getötet.
Doch der Anschlag gegen Yanyan schlägt fehl..., die Killer werden von einer resoluten Bambus-Stockfighterin (Yun Yuk-Yi) vernichtend geschlagen. Nunmehr nimmt die Bambusfighterin Yanyan mit..., und die Bambuskämpferin ist die Freundin von Man Gong Sun...!
Man schließt sich nunmehr zusammen..., und für Yanyan setzt nun ein umfassendes Kampftraining, zusammen mit Prinz Zhu Jin, ein.

Rache..., ist der "Antriebsmotor" für Zhu Jin, Yanyan will wissen, wer und wo ihr Vater ist, nicht ahnend, dass dies der gemeinsame Feind der beiden ist, Gui Dehai, der Eunuch des toten Kaisers.
Beide wollen in Ninja-Montur die Lage im Kaiser-Palast sondieren. Yanyan fällt dabei Gui Dehai in die Hände. Dieser erfährt nunmehr von ihr, wer sie ist... die eigene Tochter, die er töten lassen wollte. Er outet sich als ihr Vater, behandelt sie zuvorkommend..., und lässt sie gehen, mit einem Präsent für den Prinzen Zhu Jin, den er zugleich ausschalten will.

Yanyan, wieder bei Zhu Jin überreicht das "Präsent", und der Prinz kann nur mit knappster Not dem Giftanschlag der dahinter steckt, entgehen.
Yanyan wird klar..., der Eunuch, ihr Vater, ist der Feind. Ye Zicong, der ihr folgte, stellt sie mit seiner Truppe zum Kampf, doch bleibt die mittlerweile perfekt ausgebildete Schwert-Lady siegreich.

Bei einem Kampfturnier will der Eunuch ermitteln lassen, wer seine Truppen anführt.
Auch Yanyan und später Prinz Zhu Jin stellen sich zum Kampf.
Schließlich eskaliert die Situation, und es entbrennt der Show-Down der beiden Helden gegen den Usurpator, den Eunuchen Gui Dehai.
Doch kann Yanyan ihren Vater töten...?
Ein so dramatisches wie blutiges Schicksal nimmt seinen Lauf.....


Fazit:

Ein schöner, spannender und durchdachter, mit mehr als soliden Darstellungen, in klasse Sets umgesetzter und mit vielen dynamisch-rasanten Schwertkämpfen durchsetzter WuXia-Eastern, der im Jahre 1971 unter der Regie von Teddy Yip Wing-Cho für die Studios der Shaw Brothers entstand.

Sehr dicht inszenierte hier die Regie eine klug durchdachte, mit Verwicklungen sich aber entwickelnde Rache-Story, bei der ein Mann dessen royale Familie die umgebracht wurde rächen, und eine Frau, die Tochter des Villains, ihre Herkunft beleuchtet sehen will, und dann in Verzweiflung gerät.
Denn ihr Gefährte will sich an ihrem Vater rächen, von dem sie aber gewahr wird, was für ein abgrundtief böser, skrupelloser Machtmensch und Mörder er ist.
Das ist stringent und sich immer mehr verdichtend von der Regie erzählt und umgesetzt..., zuzüglich wirklich guter, überzeugender Darstellungen der Schauspielerinnen und -spieler.
Zielsicher führt die intelligente und klug-durchdacht umgesetzte Story denn in ein blutiges, dramatisches Finale..., das durch die innere Zerrissenheit der Heldin natürlich einen Kulminationspunkt erhält.

Das alles in der typischen Atmosphäre eines WuXia-Eastern der Shaw Brothers, in jenen berühmten, künstlichen Studio-Sets, die diesen Streifen ja immer eine besondere, exklusive Aura gaben.
Auch die Outdoor-Sets in erodierter Landschaft oder verfallenen Tempel-Gebäuden, unter strahlend blauem Himmel und südchinesischer Sonne, geben diesem Eastern visuell schön fotographierte Bilder.
Ein runder, spannender, auf vielen Ebenen interessanter Abenteuer-Film und -Actioner, ein insgesamt starker WuXia-Eastern.

Die Darstellungen unterstreichen die besondere Story..., Pai Ying als skrupellos-böser Eunuch, ein Usurpator, der vor nichts zurückschreckt..., der hinterhältig und durchtrieben eine blutige Spur hinterlässt. Pai Ying spielt das mit entsprechender mimischer Intensität Marke brutaler Machtmensch.

Tsung Hua ist der anfangs weinerlich-weiche Kaiser-Sohn.., der ob seiner aussichtslosen Lage als Flüchtling, und dann als vehement WuShu und Schwertkampf erlernender Zögling eines Sifus Härte und Ernsthaftigkeit zu erlangen hat. Das verlangt von Tsung Hua ein variables Spiel, und das zeigt er denn auch.

Lisa Chiao hat die schwierigste Rolle hier..., ihre Figur verliert ihre Mutter, sie wird ebenso -wie das "Gegenstück" Tsung Hua- zur Fighterin, und ihr Vater -im Film- wird zum Opponenten..., aber kann sie sich letztlich gegen ihn stellen?
Lisa Chiao zeigt ein ebenso solides, ja starkes Spiel..., und mutiert zur Klasse-Fighterin.

Yang Chi-Ching und Yun Yuk-Yi sind die Sifus der Helden, ein männlicher und eine weibliche Sifu(in)..., und das in Bambus-Stock- und Schwertkampf. Das ist eher selten, und beide sind sowohl stark in ihren Action-Sequenzen als auch in ihrem Spiel, positiv, gerecht, schnell schaltend...!
Viele gar nicht mal so unwichtige Nebenfiguren umsäumen das Ganze..., Wong Hap (aka Wang Hsieh) als willfähriger Scherge des Villain, Meng Chia als sympathische Tochter des Bambus-Meisters, Lo Wei als Gast-Star und schwacher Kaiser, Ou-Yang Sha-Fei als rasch gemeuchelte Konkubine, Hao Li-Jen als ebenso schnell ermordeter Vater des Villain.

Die WuShu- und Schwertkampf-Action ist da nur die Sahne auf dem WuXia-Kuchen.
Schnelle, rasant-dynamische Swordplay-Action..., blutig ala Shaw Brothers, die Anzahl der Fights und deren Intensität nimmt im Verlaufe dieses Streifens natürlich zu. Die Fights sind exzellent choreographiert..., vor allem die Bambus-Fights..., und der Drive stimmt.
Auch hinsichtlich der Fight-Action kann also "The Eunuch" überzeugen.

"The Eunuch"..., ein typischer, routinierter, aber auch facetten- und nuancenreicher WuXia-Eastern der Shaw Brothers, mit klug-durchdachter Storyline, mehr als soliden darstellerischen Leistungen, und rasanter WuShu-Swordplay-Fightaction.

7,5/10.

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