Auf Motiven von Jonathan Swifts „Gulliver's Travels“ basierend schuf Jack Sher dieses Fantasy-Abenteuer, in welchem der englische Arzt Dr. Lemuel Gulliver auf der Suche nach (nennen wir es mal) finanzieller Stabilität bei einer Schiffsreise über Bord geht. So verschlägt es ihn zuerst in das Land Lilliput, wo er als Riese erscheint und später nach Brobdingnag, wo er wiederum der Winzling ist.
Da auch ein gewisser Ray Harryhausen an der Entstehung des Films beteiligt war, mag man einige schöne Stop-Motion-Effekte erwarten. Hier hinkt „The 3 Worlds of Gulliver“ Werken wie den „Sinbad“-Filmen oder „Clash of the Titans“ (1981) hinterher, meist bezieht sich die visuelle Effektgestaltung auf die Größenunterschiede. So wird viel Wert auf die perspektivischen Einstellungen gelegt, ein paar animierte Kreaturen gibt es trotzdem. Das ist insgesamt für die Entstehungszeit charmant umgesetzt, bietet über die Laufzeit aber eben nicht den gleichen Reiz wie manch phantasievolles Monster aus den anderen Filmen.
Dafür bekommt man ein paar satirische Anspielungen auf Politik und Gesellschaft, allerdings sind diese recht harmlos gehalten. Gulliver darf sich mit der Kleinkariertheit und Ignoranz diverser (fiktiver) Völker herumschlagen, was zwischen (manchmal) belustigend und (irgendwann) enervierend schwankt. Am Ende versucht man sich noch an einer kurzen Reflexion über die innewohnenden Dämonen, wirkliches Interesse an einer Auseinandersetzung mit dem Thema hat Shers Abenteuer allerdings nicht.
Die Hauptrolle übernahm Kerwin Matthews und wie in „The 7th Voyage of Sinbad" (1958) ist er auch hier keine Charismabombe. Was hier umso mehr auffällt, da im vorgenannten Film einfach mehr Monstergedöns davon abgelenkt hat. Der Rest vom Cast ist solide, nur die Statisten wirken immer wieder recht unmotiviert.
„I'm not an enemy. I'm only different.“
Recht lose Umsetzung der Geschichten mit Swifts Romanfigur. Ein charmantes Abenteuer von anno dazumal, allerdings kein Highlight des phantastischen Kinos. Hier und da etwas behäbig und trotz einiger Effektszenen nicht so beeindruckend wie andere Werke mit Harryhausens Beteiligung.