Sofort kommt Programmkino-Stimmung auf mit der parallel horizontal laufenden langsamen Kamera und der zunächst sympathischen Stimme aus dem off. Die Geschichte (OHNE SPOILER!) eines Jungen der in einer kleinen Vorstadt aufwächst und gerne mit seiner Kamera rum läuft und vor allem gerne die attraktive Nachbarin aufnimmt (Cover) ist angenehm ungewöhnlich-gewöhnlich, erwachsen und ruhig erzählt. Alles zunächst mal ganz gute Eigenschaften.
Aber BEAUTIFUL bringt diese theoretischen PS nicht auf die Straße. Hier und da ist den Pressestimmen der unvermeidliche David Lynch Vergleich zu entnehmen, der immer bemüht wird wenn man Handlung und Absicht eines Films nicht zu fassen bekommt und trotzdem beschreiben will. Zunächst einmal ist auf der abwertenden Seite die sehr durchwachsene Synchronisation zu nennen, die mich endlose Male aus dem Film geholt hat.
Wer dies abstrahieren kann, alle Achtung. Ich kann es nicht. Den Film noch mal im Originalton zu sehen konnte ich dann nicht durchstehen. So stark waren auch die Bilder und die Geschichte nicht. Der ungewöhnliche Soundtrack bliepte und blinkte entsprechend schräg durch den Film und hinterließ einen stimmigen Eindruck zu den hochwertigen Bildern. Aber bei aller Liebe zu Arthouse, Film (Neo) Noir und Indiefilm und der Störkanal Edition von I-ON, von einem einmaligen Filmerlebnis kann ich nicht sprechen. Deswegen für das Gesamtpaket
6/10 Punkten