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Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Yakuzagangs sterben zwei Mitglieder, deren Leichen von einem Wissenschaftler zu einer Art Full Metal Yakuza zusammengeflickt werden. Die Identität des einen, ehemals schwächlichen, viel zu weichen Nachwuchsgangsters schwört mit ihrem nunmehr metallischen neuen Körper Rache an seinen Mördern ... Die Grundstory, die entfernt an "Robocop" erinnert, wird von Takashi Miike in einer schlicht hingeschluderten Art erzählt, die sich weder in ihren comichaften Momenten noch in den Actionszenen oder den persönlichen Dramen wirklich Gehör verschafft. Das wilde Sammelsurium strotzt, untypisch für den Ausnahmeregisseur, von mittelmäßigen Sets und Kameraaufnahmen, die nicht begeistern, von seinen visuell eindrucksvollen Werken ist dieser Film weit entfernt. Am ehesten funktioniert dieser offensichtlich schnell und billig abgedrehte DV-Streifen wohl noch für Zuschauer, die mit Miikes herberen Werken wie "Ichi The Killer" aufgrund der expliziten Gewaltdarstellungen nicht viel anfangen können und denen seine absurden Filme wie "Visitor Q" zu anspruchsvoll sind. Einsteiger in sein Schaffen, die sich sonst mit Verhoeven und Co. vergnügen und zudem die comichaften CGI-Effekte wie aus einem Manga nicht scheuen, sowie alberne Witzchen und asiatisches Overacting partytauglich finden, können hier fündig werden. Alle anderen wiederum, die nach innovativem Japankino Ausschau halten, sei von "Full Metal Yakuza" abgeraten. Die im Grunde vorhersehbare Rächerstory ist kaum spannend und selbst die sonst vielgerühmten SFX sind eher enttäuschend. Vieles wird kaum gezeigt, als wollte man sich um aufwändige Effekte sträuben und wenn dann doch mal ein Kopf weggetreten wird, fliegt der gleich bis zum nächsten Block, was eher Anlass für Beifall von der Trashfraktion ist. Erst im Finale, wenn das stumpfe Drama endlich seinen blutigen Abschluss findet, gibt es die ein oder andere Goreeinlage, die sich sehen lassen kann, ansonsten überschattet der Sci-Fi-Anteil das Geschehen. Über die Abziehbildchen von Charakteren braucht man nicht lange nachzudenken, der Held, eigentlich ein Schlappschwanz (in jeder Hinsicht) mutiert, wie es die Superheldencomics zuhauf propagieren, zu einer Wahnsinnskanone (auch in jeder Hinsicht) und natürlich sind Verbrecher nun mal Verbrecher und verdienen den Tod. Ob dieser missratene Streifen eine Auftragsarbeit Miikes ist oder das fantasylastige Sci-Fi-Genre einfach am sonst genialen Naturell des Vielfilmers vorbeiläuft, sei mal dahingestellt, enttäuschend ist das allemal. Wohlwollend könnte man im Besten Falle noch annehmen, dieses Sammelsurium verschiedenster Genres sei als Anspielung auf diverse Klassiker (auch seiner eigenen Filme) zu verstehen, im schlimmsten Fall ist das alles simpel zusammengeklaut und zu einem uneinheitlichen und in manchen Szenen leider schon peinlichen Gesamtbild verwurstet.

Fazit: Kein Yakuzakracher wie "Fudoh", sondern billig aussehendes Futter für die Massen. 3/10 Punkten

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