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Steven Spielberg roch den Erfolg und produzierte diesen launischen Spinnenhorror. Circa 31 Millionen Dollar ließ man sich dieses Spektakel kosten und "Arachnophobia" wurde verdient ein absoluter Erfolg. Mit Frank Marshall (Überleben!, Antarctica - Gefangen im Eis) ließ man sogar einen Neuling auf dem Regiestuhl Platz nehmen, der sich zuvor als Schauspieler verdingte. Drehbuchautor Don Jakoby (Death Wish 3, Lifeforce) hingegen ist eine bekannte Komponente unter anderem machte er mit dem Screenplay zu "Das Philadelphia Experiment" auf sich aufmerksam. Für mich ist und bleibt "Arachnophobia" der beste Spinnenhorror, der trotz Verzicht auf jegliche Effekthäscherei wunderbar funktioniert. Eine perfekte Mischung aus Horror und Komödie, gerade wer sich selbst vor Spinnen ekelt, dürfte hiervon begeistert sein.

Dr. Ross Jennings (Jeff Daniels), zieht mit Frau Molly (Harley Jane Kozak) und den beiden Kindern in die verschlafene Kleinstadt Canaima. Dort will er die Arztpraxis von Dr. Metcalf (Henry Jones) übernehmen, der es sich jedoch mit dem Ruhestand anders überlegt hat. Doch plötzlich wird Canaima von mysteriösen Todesfällen heimgesucht, völlig gesunde Menschen fallen einem scheinbaren Herzinfarkt zum Opfer. Doch Ross kommt bald hinter des Rätsels Lösung. Eine venezolanische Giftspinne hat sich mit einer einheimischen Spinne gepaart und so ist eine neue Rasse entstanden. Diese Biester sind extrem giftig und agressiv. Sollten sie sich weiter ausbreiten ist das gesamte Land in Gefahr. Ross muss das Nest der Spinnen vernichten, welches sich ausgerechnet in seinem geliebten Weinkeller befindet.

Alle Szenen wurden mit echten Spinnen gedreht, die jedoch völlig ungiftig waren und zuvor von einem Profi trainiert wurden. Das Ganze ist wirklich nett erdacht, denn "Arachnophobia" ist absolut kein Spektakel. Die Idee mit der giftigen bisher unentdeckten Spinnenart wirkt nie unglaubwürdig, auch haben wir es hier nicht mit Riesenspinnen zu tun, wie in vielen missglückten Genrevertreter. Die erste Viertelstunde wurde tatsächlich in Venezuela gedreht und zwar im "Canaima" Nationalpark, hiervon wurde auch der Name der Kleinstadt abgeleitet. Und zwar entdeckt der Insektenforscher James Atherton (Julian Sands) die Spinnenart in einem zwei Kilometer tiefen Tal, welches bisher noch unerforscht ist. Einer Spinne gelingt es sich in Gepäck zu schmuggeln und kurze Zeit später beißt sie den Kameramann Jerry Manley (Mark L. Taylor). Dessen Leiche schickt man in sein Heimatstädtchen Canaima und so landet die Spinne dort. Erst jetzt lernen wir die eigentlichen Hauptpersonen kennen, nämlich Dr. Jennings und seine Familie. Und Ross Jennings scheint zunächst vom Pech verfolgt. Metcalf will seinen Ruhestand verschieben, jeder Patient den Jennings untersucht, stirbt kurze Zeit später an einem scheinbaren Herzinfarkt. So kursiert bald die Bezeichnung "Dr. Tod" in Canaima. Desweiteren entpuppt sich sein Haus als Bruchbude und der Gute hat schreckliche Angst vor Spinnen, was auf ein Erlebnis in seiner Kindheit zurückzuführen ist.

"Arachnophobia" kümmert sich nicht nur intensiv um die achtbeinigen Hauptdarsteller, sondern auch um die Charaktere, die man als Zuschauer einfach sympathisch findet. Neben den scheußlichen Spinnen kommt auch der Humor nicht zu kurz, die Dialoge haben wirklich Biss und man nimmt Marshall das gediegene Tempo nicht übel. Die Spinnenattacken sind spannend ins Szene gesetzt und sehr plötzlich, dass man des öfteren mal zusammenzuckt. Durch das toxische Nervengift stirbt das Opfer sofort, besonders eklig sind die blutigen Spinnenbisse in Nahaufnahme. Im letzten Drittel wird das Tempo deutlich erhöht, auch darf sich der Arachnophobiker Ross noch eine Art Endkampf gegen zwei Riesenspinnen liefern, der das Ganze perfekt abrundet. Daneben überzeugt die typische Kleinstadt-Atmosphäre. Wieder kommt eine Katastrophe unbemerkt durchs Hintertürchen, der tolle Score dazu stammt von Trevor Jones.
Die Darsteller hatten sichtlich Spass an ihren Rollen und Jeff Daniels (Dumm und dümmer, Speed) schlägt sich in seiner Rolle als Pechvogel wirklich gut. "Warlock" Julian Sands als ehrgeiziger Insektenforscher ist ebenfalls eine treffende Wahl und John Goodman (Dämon, King Ralph) als Kammerjäger hat die Lacher auf seiner Seite.

Diese Achtbeiner lehren einem das Gruseln, auch wenn sich "Arachnophobia" überhaupt nicht ernst nimmt. Tolle Darsteller, eklige Spinnenszenen und jede Menge Humor unterhalten den Zuschauer 105 Minuten lückenlos. Auf Überraschungen muss man zwar verzichten, Spannung auf hohem Niveau kommt selten auf, aber letztenendes macht dieser Spinnenhorror unheimlich Laune, selbst dem Arachnophobiker.

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