Review

Üble Videospiele(rInnen)-Verballhornung

Gerard Butler in "Gamer". Gerard Butler ist ein Gamer?
Wie auch immer: so wie der gute schon vom Kinoplakat biosymetrisch herunter schaut, so seh ich wirklich nur auf dementsprechenden Passbildern aus. Und ich bin sicher einer: ein "Gamer"...
"Gamer" lässt dabei bis auf Äußerlichkeiten, womit ich Bilder fettleibiger Teenager meine welche ihr "erstes Mal" noch vor sich haben, wirklich kein Klischee aus, dass über gern videospielende männliche Wesen (noch) im Umlauf ist und reduziert so selbstredend jede Existenz von Gewalt in Spielen auf dessen Adrenalinkick und fantastisch gelegen kommende Eigenschaft eine erheblich sozial gestörte Gewaltfantasie zu sein. Eine Sache zwischen den "Gamern" quasi, beziehungsweise auch nicht, die gesellschaftliche "Medienkritik" - ganz unpersönlich oder halt doch wieder nicht.
Wie es denn beliebt: im Grunde ist "Gamer" dabei auch nur eine weitere Variante von "Le prix du danger" mit Michel Piccoli aus dem Jahr 1983.
Oder popularisierter halt so wie "Running Man" mit Arnold S. in der Butler-Rolle nach King, oder wiederum im Videospielbereich wie Rockstars '"Menschenjagd"' mit Brian Cox - absurderweise selbst Paradebeispiel für verbotene "Gewaltpornografie" in Deutschland.
Unzensiert konnte auch "Gamer" nicht in die deutschen Kinos gelangen, selbst wenn "einfache Jugendgefährdung" dort noch mit einer FSK-Freigabe möglich ist, denn "Gamer" ist halt durchaus auch die spaßig inszenierte Produktion von unangepassten Action-Profis, selbst wenn deren Talent über schnelle Schnitte im Kugelhagel wirklich nicht hinausreichen sollte: jedoch mit einem gewaltigen Haken, denn anders als in den "spinnerten" Vorgängern halten hier keine Gags wenigstens irgendetwas zusammen, das sollte wohl die Dystopie samt dazugehöriger "Medienkritik" diesmal eben (etwas) ernsthafter erledigen - doch gerade daran scheitert der Film grandios: solcher im Genre-Film eigentlich doch Subtext wirkt völlig aufgesetzt, oberflächlich und damit deplatziert - gerade in Hinblick auf die Vorstellung einer möglichen Zukunft der Menschheit. Ähnliches hat mir in "Running Scared" in der Gegenwart unvermittelt nämlich noch deutlich besser gefallen - doch "Gamer" scheint sich gerade darauf so einiges einzubilden: ich vermute mal gerade wegen einer Voreingenommenheit gegenüber "echten Gamern".
Ironischerweise wurde der Film auf US-amerikanischen Videospielkonsolen-Marktplätzen so stark beworben wie es sonst fast nur von den hoffnungsvollen Rekrutierungsbüros der U.S. Army her bekannt ist, und meiner Meinung nach einfältigeren Naturen wird der Film sicherlich auch ganz wunderbar gefallen mit all seinem zugegeben schon gelungenen Radau und Gekrache - zumindest etwas besser wissen hätten es die dafür Verantwortlichen aber hoffentlich schon können

Rating 3.0

Details
Ähnliche Filme