Assault on Privatsphäre 13
Nach einem brutalen Überfall auf eine Schwulenkneipe und der eiskalten Hinrichtung der dortigen Besucher und Mitarbeiter, kann eines der Opfer knapp in die Nachbarschaft entkommen. In einem einsamen Wohnblock in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe (u.a. mit einem Blinden) kommt er unter - doch schnell stehen seine gut bewaffneten Verfolger vor der Tür, hinter den Mauern und vor den eh schon zerbröselten Fenstern... Und die Polizei bzw. Behörden streiken in dieser Nacht in der kompletten Stadt.
Zu den Waffen, hier gibt's nichts zu gaffen
Dass Carpenters "Das Ende" hier Pate gestanden hat, ist mehr als ersichtlich und jederzeit spürbar. Aber selten wurde das kompetenter und kompakter umgesetzt als in diesem kanadischen Fiesling von Film. "Self Defense" aka "Siege" ist ein ganz, ganz düsteres Brett von einer "Kopie". Die Bösen sind porentief eklig und hassenswert. Das Szenario ist ganz klar überhöht und andersartig. Doch es verkommt alles nie zu comichaft oder lächerlich. Ganz und gar nicht. Zumindest für meinen Geschmack hat "Siege" eine ganz eigenartige, befremdliche und fast traumwandlerische Aura. Alles zieht sich zusammen, es gibt keinen Ausweg. Bis du fällst oder dich einer kneift. Wenn du Glück hast. Blaufilter, Bomberjacken, Biergeruch. Ein Ahornblattarschgeweih von Film. Selbstgebaute Fallen und Verteidugungsmechanismen, on point gekocht. Klar, das Vorbild agiert da nochmal inszenatorisch und ikonisch auf einem anderen Level. Gibt eben nur einen John Carpenter. Aber für einen Abklatsch ist das schon höchst beachtlich und kann einem jeden Abend um die Ohren hauen. Positiv versteht sich, gerade wenn man Fan von Carpenters "Assault" ist und mit ein paar Abzügen, Downgrades und Variationen leben kann. Und das bonkers letzte Bild setzt dem Ganzen schlicht die Krone auf und hebt es auf ein neues Niveau. Klasse!
Schalldämpfer & Spannungsschraube
Fazit: Starker und ungemütlicher Copycat des carpenteresken (oder auch romero'esken) Belagerungsszenarios. Fast schon mit Alptraumaura. Sehr glitschig, sehr sadistisch, sehr böse. Canuxploitation der abgründigeren Sorte. Wer das klare Vorbild liebt und davon mehr will, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Nicht voll, aber genug.