Hier ist alles nur geklaut, weil Fred Olen Ray und Produzent Jim Wynorski beim Zusammenhocken nichts Brauchbares einfiel.
Olen: „Kennst du „Outbreak“ von Petersen? Der mit den Viren in Kalifornien?
Wynorski: „Jau, den nehmen wir, ich habe auch noch ein paar Aufnahmen von Schlangen im Archiv, vielleicht können wir die noch mit einbauen!“
Olen: „Klasse Idee, ich besorge mir schon mal ein bisschen Stock Footage, vielleicht merkt´s ja keiner“
Tolle Wurst, Jungs, erst Petersen kopieren und dann mit Tierhorror geizen, welchen Zuschauer soll der Mist denn überzeugen?
Gut, die preiswert abgedrehte Kopie ist an einigen Stellen recht temporeich inszeniert, aber die Handlung wirkt bruchstückhaft und zuweilen reichlich unlogisch.
In einem US-Forschungslabor experimentiert man mit Schlangen und Viren, um sie im Krieg gegen Saddams Truppen einzusetzen. Das Projekt wird sabotiert, der Laden fliegt in die Luft, die mutierten Schlangen können jedoch entkommen und finden sich ein paar Jahre später in Santa Mira Springs, Kalifornien, wieder ein.
Ausgelöst durch ein Erdbeben fallen sie einige Einwohner der ländlichen Gemeinde an und schnell verbreitet sich das todbringende Virus. Während ein paar Virologen an einem Gegenmittel forschen, rückt die Army an, stellt den Ort unter Quarantäne und will ihn schließlich in die Luft jagen.
Den Film hätten die Herren auch gleich „Outbreak 2“ nennen können, denn soviel Unverfrorenheit an Storyklau hat man schon länger nicht mehr erlebt.
Zumal ich aufgrund des Titels schon eher etwas Tierhorror mit Schlagen erwartet hätte, steht hier eine kleine Epidemie im Vordergrund, ausgelöst von durch und durch bösen Generals, die alles vertuschen wollen. Zwei Ärzte (die sich natürlich frisch getrennt haben und sich so wieder näher kommen) sind einmal mehr Helden und Schlangen tauchen nur recht selten auf.
Wenn sie mal durchs Bild huschen, sind das auch die wenigen Höhepunkte des Streifens, etwa wenn Arzt David (Treat Williams) in einem Keller voller Schlangen ein Exemplar für das Gegenmittel in einem Sack verstaut und auf dem Rückweg belagert wird.
Einige Schlangen sind zumindest echt, auch wenn sie fast nie gemeinsam mit den Protagonisten im Bild zu sehen sind.
Einige richtig dämliche Szenen gibt es aber auch, wie das erste Opfer, das nach der Virusübertragung Auto fährt und von heftigsten Hustenkrämpfen geschüttelt, nicht anhält, sondern in, tja, Schlangenlinien, einfach weiterfährt.
Oder dieser Redneck, der seinen befallenen Bruder aus dem Hospital zerrt, um die Stadt zu verlassen, vom Militärhubschrauber verfolgt wird, woraufhin der Redneck einen Raketenwerfer aus dem Kofferraum zaubert.
Ansonsten herrscht dröges Treiben, Ärzte kümmern sich um die wenigen Infizierten, diverse Generals diskutieren quälend lang ihre Vorgehensweise und zwischendurch gibt es mal ein paar ansehnliche Explosionen und einen Stealthbomber zu sehen.
Ansehnlich aber nur, weil diese Szenen aus anderen Filmen geklaut wurden, da Olen Ray sein Budget bereits für Treat Williams und Hannes Jaenicke ausgegeben hat, - wert waren sie es aber nicht, denn beide agieren reichlich demotiviert und hölzern, was auch größtenteils für die übrigen Darsteller gilt.
Nun will ich „Snake Zone“ auch nicht gänzlich verunglimpfen, denn so durch die Bank langweilig ist er ja auch nicht. Er wechselt recht häufig zwischen den Schauplätzen und lässt dadurch ein wenig Tempo aufkommen, Schlangen tauchen immerhin auf und die Musik galoppiert zuweilen auch ganz ordentlich.
Aber der erwünschte Tierhorror bleibt aus, stattdessen wird einem ein ideenloses Plagiat von Medizinthriller kredenzt, das, bis auf eine kurze Schießerei zu Beginn, noch nicht einmal eigene Actionszenen liefert.
Die Verbrecher tragen Uniform, die Helden Arztkittel, vorhersehbar und klischeebeladen.
Ohne Schlangen wäre das wirklich „Amateure drehen ein billiges Imitat von Outbreak“.
Viel besser ist es dadurch leider auch nicht.
Und, obgleich die Geschichte ziemlich trashig anmutet, ein Partyfilm sieht anders aus, denn Spaß gemacht hat er nur selten.
3,5 von 10