Eine wahrhaft prächtige Erfindung ist Dr. Samuel Ferguson gelungen. Er ist nämlich der Urheber des ersten lenkbaren Heißluftballons. Gemeinsam mit seinem Assistenten will er sich in seinem Gefährt auf die Suche nach der Quelle des Nils machen. Dazu müssen sie aber tief in die unbekannten Teile Afrikas reisen. Natürlich kommt es bei der Reise zu vielen gefährlichen Situationen mit wilden einheimischen Tieren und wilden Stämmen.
Na toll, der zweite Film aus der Jules Verne Gesamtbox und dabei zwei mal eine Fahrkarte geschossen. Dieses mal versuchen sich die Mexikaner an einer Geschichte des Fantasyautors und natürlich sind die üblichen Verdächtigen an Bord Rene Cardona Junior führt Regie, sein Vater ist bei den Schauspielern mit dabei, die ebenso natürlich angeführt werden vom einem Herrn dessen Name sich aus einem Cocktail und einem Singvogel zusammensetzt.
Die Geschichte unterscheidet sich dabei nur unwesentlich von der aus in 80 Tagen um die Welt, nur das Passepartout hier Joe heißt und man sich auf den afrikanischen Kontinent beschränkt. Da ist es schon erstaunlich für das mexikanische Portemonnaie, das man sogar an Originalschauplätzen gedreht hat, gespart wurde dann wenigstens bei den Tieraufnahmen, denn egal ob Löwen Antilopen, Zebras oder Elefanten, man bedient sich fleißig bei irgendwelchen Footage Tieraufnahmen, lediglich die diebischen Affen und jener Elefant der unfreiwillig Ankerplatz spielen mußte, sind wirklich für diesen Film gedreht worden.
Ansonsten gibt's die gewohnte Geschichte, die englische Oberschicht muß mal wieder wetten, das es möglich ist von Sansibar aus, die Quelle des Nils zu erforschen. 1862 ist Afrika ja beinahe Terra inkognita, ein paar Leute versuchen die Strecke über den Seeweg, nur Professor Ferguson, sein Assistent und der Hausdiener versuchen es über die Lüfte.
So episodenhaft wie die Reise sind dann auch die kleinen Abenteuer unterwegs. Da wird noch eine Frau aufgegabelt, Beduinen beschießen den Ballon, Affen klauen die Vorräte und Eingeborene halt Ferguson für einen Heiler, der allerdings den Nachteil hat das sein Patient schon lange tot ist. Das klingt jetzt alles nicht furchtbar aufregend und genau so ist auch der Film anzuschauen. Cardona legt bei seiner Erzählung eine ziemliche Bräsigkeit an den Tag, arbeitet brav die einzelnen Erlebnisse ab, aber wirklich mitreißend oder gar spannend wird es dabei eigentlich nie.
So verkommt der Abenteuerfilm leider zu oft zum Langweiler. Zudem ist er mit 105 Minuten auch etwas zu lang geraten. Interessant ist das alles maximal für die ganz harten Jules Verne Jünger, denn die Klasse von 20000 Meilen unter der See wird hier leider nie erreicht.
4/10