Review

Wenn der Sci-Fi-Channel seine Finger im Spiel hat, kommen dabei oft trashige Monsterfilmchen heraus, die meistens in Bulgarien oder Rumänien gedreht werden und mit zuweilen scheußlichen Computereffekten ausgestattet sind.
Einiges davon ist auch bei diesem Creature Feature festzustellen, doch in einer so unterhaltsamen Mischung, dass man über einige Mankos locker hinwegsehen kann.

Es dreht sich also um einen Zyklopen, der – und das ist der interessante Aspekt an der Geschichte – nicht in der Jetztzeit wütet, sondern zur Zeit der Antike des römischen Reiches, so etwa 20 n. Chr., als Kaiser Tiberius (Eric Roberts) Rom regierte.
Als der Zyklop das Land unsicher macht, wird der Krieger Marcus (Kevin Stapleton) mit seinen Mannen ausgesandt und das Ungetüm wird eingefangen. Doch Machtspiele und Intrigen führen nach einem Sklavenaufstand dazu, dass Marcus in Gewahrsam genommen wird und beim Gladiatorenkampf in der Arena gegen das Monster antreten soll…

Der erste Eindruck des einäugigen Ungetüms ist nicht sonderlich positiv, als es drei Burschen überfällt, die im Begriff sind, Schafe zu stehlen. Wie es umher springt und dabei reichlich glänzt, wirkt es fast wie aus einem Computerspiel entsprungen und sonderlich geschmeidig wirken die Bewegungen nicht, obgleich unter dem Latexgebilde ein Darsteller agiert.
Jener Eindruck bessert sich jedoch, da Zyklop im Verlauf noch einigen blutigen Schaden anrichten wird und in der Gladiatorenarena deutlich besser zur Geltung kommt.

Bis dahin ist der andere Teil der Geschichte zwar irgendwo klischeebeladen, aber auch durchaus unterhaltsam umgesetzt. Es dauert halt eine Weile, bis die etwas zu glatt polierten Kulissen ein wenig Glaubwürdigkeit erlangen und die viel zu sauberen Kostüme und Requisiten ihre Wirkung entfalten.
Da nutzen die Mächtigen ihre Positionen schamlos aus, lassen sich vom (weiblichen) Fußvolk bedienen, hilft eine toughe Maid den unterjochten Sklaven, intrigiert der Stellvertreter gegen seinen Herrscher und muss Marcus derweil mehrfach ans Werk, da dem Einäugigen einige Male die Befreiung von den Ketten gelingt.

Ein latent hohes Tempo ist dem abwechslungsreichen Geschehen recht dienlich und auch Eric Roberts, der den dekadenten Herrscher mit angemessener Süffisanz darstellt, wertet das Geschehen merklich auf.
Fast wähnt man sich, vor allem im letzten Drittel, in einem Gladiatorenfilm mit Beigabe eines Monsters, da es in der Arena zu einigen durchaus derben Fights kommt und nicht selten Blut spritzt, vor allem wenn das Monster zuschlägt, Köpfe abreißt und ein wenig an den Opfern knabbert, da es nebenbei Menschenfleisch bevorzugt.
An der Choreographie der Kämpfe ist nichts auszusetzen, sie sind ordentlich geschnitten und weisen ein brauchbares Timing auf, lediglich die Kamera ist nicht immer optimal auf Distanz.

Diese etwas eigenwillige Mischung wird möglicherweise nicht vielen Zuschauern zusagen, da sie für einen Monsterfilm etwas wenig Monster beinhaltet und für einen typischen Sandalenstreifen noch zu billig umgesetzt ist.
Doch Ruhephasen gibt es während des munteren Treibens nicht, hingegen eine ordentliche Portion Action, brauchbare bis gute Darsteller und markante Figuren, die die Geschichte problemlos vorantreiben.
Wer sich vorstellen kann, „Gladiator“ und „Hulk“ gefühlstechnisch auf einen Nenner zu bringen, sollte einen Blick riskieren, dabei aber nicht mehr erwarten, als auf einfachstem Niveau unterhalten zu werden.
Knapp
7 von 10

Details
Ähnliche Filme