Review

Wenn man „Fluch der Karibik“ mit „Pippi im Taka-Tuka-Land“ kreuzt, sein Regiedebüt feiert, aber währenddessen völlig weggespaced ist, kann nur so geballter Trash wie dieser heraus kommen.
Man weiß oft nicht, ob man das sinnfreie Kasperltheater an irgendeiner Stelle ernst nehmen, oder besser gleich alles als anarchische Comedy ansehen soll.

Der Grundstock funktioniert noch so einigermaßen, wenn sechs Teens auf einer Insel stranden und man zuvor erfahren durfte, dass um 1685, in der Nähe von Tahiti, einige Piraten an selber Stelle verflucht wurden. Und siehe da: Die Piratengeister suchen die Teens heim.

Schon doof, wenn man keinen Sympathieträger in den Vordergrund rücken kann, da die Hauptfigur in einer Doppelrolle damals als auch heute eher zwiespältig rüberkommt und ihre Freunde nie wissen, ob sie es mit der Studentin oder der Inkarnation der Piratenbraut zu tun haben.
Was die Seeräuber wollen, kommt bis zum Schluss nicht genau zum Vorschein.
Einerseits geht es um ein Unsterblichkeitselixier, dann um einen Fluch, später ist die Rede von Kannibalismus und einem weiteren Fluch, dem offenbar der Kapitän und unverletzbare Anführer unterliegt. Man weiß es nicht genau, der Autor offenbar auch nicht.

Indes langweilt man sich ein wenig mit darstellerischen Stümpern, die als Piraten völlig zum Overacting neigen oder auf Seiten der Teens nicht einen glaubhaften Gesichtsausdruck hinbekommen.
Dazwischen tummeln sich unterirdische CGI-Blitze, halbgare Soundeffekte und dilettantische Splattereffekte, die von viel zu hellem Kunstblut begleitet werden.
Wenn denn überhaupt mal ein Pirat zuschlägt, vergräbt man die Arme und Beine des Opfers im Sand, patscht rote Pfützen daneben und will damit ein Totalausfall sämtlicher Gliedmaßen suggerieren, was eine fünfte Schulklasse auf Langeoog besser hinbekäme (aber nicht tun sollte).
Ein leicht zerfetztes Gesicht, eine Enthauptung und Giftpfeile in der Wange sehen daneben leider auch nicht überzeugend aus.

Richtig stümperhaft zeigt sich jedoch die Dialogregie und die dazugehörige deutsche Übersetzung. Besonders der Typ, der jeden Satz mit „Fakt ist…“ beginnt, gehört schnell von der Gruppe entfernt, aber auch die anderen Dummschwätzer bekommen kaum zwei Sätze aufeinander, die dem Treiben überhaupt einen Sinn bescheren.

Ein minimaler Lichtblick ergibt sich aufgrund der Tatsache, dass zeitgenössische Teens auf Piraten des 17. Jahrhunderts treffen und dadurch ein paar groteske Situationen entstehen, doch der freiwillige Humor geht hier nicht soweit, den anhaftenden Trash-Appeal in irgendeiner Form zu verdrängen, - denn der besteht von A bis Z, ob es bereits die luschigen Credits, die hölzerne Kamera oder das völlig unterentwickelte Drehbuch an sich ist, - alles wirkt so unbeholfen, dass man es stellenweise kaum glauben mag.

Und so fragen die Freunde gefühlte dreißig Mal „Also bist du jetzt Lisa oder Sarah?“, woraufhin die Angesprochene oft selbst nicht weiß, wen sie gerade aufgrund einiger wirrer Flashbacks verkörpern soll. Dazu kommt ein antikes Tagebuch, ein wichtiges Medaillon und ein paar abtrünnige Piraten, die den Fluch ihres Kapitäns umgehen möchten und sich hierfür einem neuen (Teen)-Kapitän anschließen, der von einem Boot spricht, welches er gar nicht hat, - ziemlich blöde.

Am Ende sind rund 77 Minuten erstaunlich schnell vorüber, obgleich man den Sinn dahinter wahrscheinlich vergeblich suchen wird.
Zumindest aber muss man sich nicht grämen ob der Piraten und der blöden Teens, sie bleiben ja so ziemlich alle auf der Insel…
3,5 von 10

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