Der Filmtitel ist natürlich fast schon zynisch - die Hauptfigur ist arm, dick, allein, wird von ihrer Mutter gehasst, wurde von Kindheit an von ihrem Vater missbraucht, hat ein Kind und ist zum zweiten Mal vom eigenen Vater schwanger. Deshalb fliegt sie auch noch von der Schule.Wenig überraschend kann es da eigentlich nur noch aufwärts gehen.
Die ersten 20 Minuten sind sehr konfus und lassen Precious' Elend auf den Zuschauer einprasseln, so dass man kaum verabreiten kann, was da passiert. Danach wird das Erzähltempo ruhiger und angenehmer, man beginnt, mit dem Mädchen zu fühlen und für sie zu hoffen, was leider ein wenig zu sehr erfüllt wird, so dass der Film am Ende sehr unrealistisch wird, was schade ist. Einzelne Sequenzen fand ich großartig, vor allem die darstellerische Leistung der Hauptfigur (nach außen hin ist sie sehr verschlossen, kaum Mimik, kaum Dialog, aber immer wieder sieht man ihr Innenleben, ihre Träume, in die sie sich flüchtet und in denen sie lebt. Da erlebt man eine ganz andere Precious).
Persönlich finde ich es natürlich schön, dass es ausgerechnet eine Lehrerin ist, die sie quasi rettet (was sehr relativ ist), ich denke, jeder Lehrende wünscht sich so etwas. DIe Situation ist allerdings etwas unlogisch (sie soll von der Schule fleigen, dabei wird ihr Mathetalent entdeckt, sie kommt in ein Förderprogramm, in dem sie auch lesen lernt), da Precious als Analphabetin zu Anfang davon spricht, generell gute Noten zu haben. Trotz zugegebener Vorurteile dem amerikanischen Schulsystem gegenüber mag ich das nicht so recht glauben, aber gut, das ist eine Textzeile. Der generelle Ablauf ist leider etwas zu positiv, um die volle emotionale Wucht entfalten zu können. Ja, ich bin ein Weichei und mag Happy Ends, aber nur, wenn sie passen, und das tut es hier nicht ganz. Insgesamt aber sicher kein schlechter Film, mit einer optimistischen Botschaft am Ende (und ja, ich weiß, das Precious totkrank ist, aber das letzte Bild zeigt sie triumphierend und frei).