Review

Ong-bak 2


Diese gleichnamige Fortsetzung, welche mit dem Vorgänger nichts außer den Machern und Kampfsport gemein hat, bietet auch nur augenscheinlich mehr, wie etwa der Trailer suggerieren will. Tony Jaa will hier als Universalfilmemacher fungieren (ganz im Sinne eines Jackie Chan), also hat er am Drehbuch mitgeschrieben, die Co-Regie und den Hauptpart übernommen und zeichnet sich auch wieder als Stunt-, und Martial Arts-Choreograf aus. Sinniert man nicht zu blauäugig über dieses Wissen, muss man nach Sichtung von OB 2 zugeben, dass er sich da wohl zuviel zu gemutet hat.



Zwar hat man sich bemüht die wirklich dünne Rachestory mit besser gezeichneten Figuren zu bestücken, doch die Fähigkeiten der Darsteller, sowie ein stellenweise unerträgliches overacting, stehen dem ganzem ebenso blass gegenüber.



Wirklich positiv fällt die Kamera auf. Selten eröffnen sich solche schönen Bilder. Ganz sicher profitiert der Film von der optischen Präsentation. Erdige Farben vermitteln irgendwie den Zustand eines andauernden Sonnenuntergangs. Wuchtige und abwechslungsreiche Einstellungen bahnten eine tolle Kulisse auf Zelluloid. Überhaupt ist auch die Ausstattung durchweg gelungen und versprüht eine Art Magie, so wie man sie sich im Kino (jaa, auch ich hab den Film nur auf DVD konsumieren können) öfters wünscht. Ein sehr präsenter Score steht dieser oberflächlichen Herangehensweise in nichts nach, und kracht gewaltig aus dem Soundsystem. Dies wird einem aufgrund der wenigen Dialoge umso bewusster.



Natürlich werden wir uns an dieser Stelle eingestehen müssen, den Film sowieso nur „der Fights wegen“ ausgeliehen zu haben. Doch bis die endlich zelebriert werden, dürfen wir Tien (Tony Jaa) bei seiner ewigen Ausbildung zuschauen, an deren Anschluss er auch noch nen albernen Elefantenkampf bestehen muss. Alles schon mal gesehen. Laaaaaangweilig! Auch die Rückblenden, bei denen wir noch ein wenig über Tien’s Eltern, den Machtwechsel und seine Flucht erfahren sollen, unterliegen einer umständlichen Chronologie. Diese fand ich verwirrend und zogen den Film unnötig und künstlich in die Länge.



Nach ca. einer dreiviertel Stunde darf Jaa’s Charakter dann endlich auf die Fresse hauen. Dabei gibt’s dann eine Hommage an Drunken Master II, wirklich viel Swordsplay, Kickboxen und natürlich auch Muay-Thai zu bewundern. Knochenbrechende Stunts sind ebenso vorhanden wie ein beträchtliches Maß an Gewalt, welche graphisch sehr oft Rot verspritzt wird. Teilweise gute Combo’s, doch gegenüber „Ong-bak“ und „Tom yum goong“ sind die Kämpfe viel bodenständiger geraten. Was nicht zuletzt auch an der Epoche liegen kann in der sich die Geschichte abspielt.



Alles solide und ansprechend, aber nicht neu und wohl deshalb auch nur dem eingefleischten Martial Arts- Fan zum empfehlen.



Erinnerte mich in seiner Art öfters an Van Damme’s „THE QUEST“! Exotischer Schauplatz, Kampfsport, Universalfilmemacher und am Ende irgendwie ein wenig unausgegoren.



6/10

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