Eventuelle kleine Spoiler!!!
Munter geht das Fortsetzen von Kinofilmen im STD (Straight to DVD) Bereich weiter. Inzwischen werden auch Titel genommen, die gar nicht besonders erfolgreich waren; wie im diesen Falle „Screamers“ vom talentierten Christian Duguay. Der war schon damals eher ein DTV Titel, bekam aber trotzdem einen Kinoeinsatz und spielte knappe 6 Millionen $ ein. So wirklich hat sicherlich niemand auf einen zweiten Teil eines Filmes gewartet, der zwar insgesamt ein solider Vertreter seiner Zunft ist, aber keinesfalls einen besonderen Status innehat. Aber das interessiert die Macher solcher Streifen eh nicht, da man anscheinend mit dem Namen trotzdem genug Geld machen kann. Inzwischen lasse ich solche Streifen meist links liegen, aber ähnlich wie bei „Joyride 2“ ist es auch hier der Regisseur gewesen der mich dazu bewogen hat den US DVD Screener gleich nach Erhalt einzulegen. Bei „Screamers:The Hunting“ ist es diesmal Sheldon Wilson, dessen Debüt „Shallow Ground“ mir ziemlich gut gefallen hat und dessen quasi Remake von „Die Vögel“, „Kaw“, ebenfalls solide inszeniert und spannend umgesetzt war. Er kann sehr gut mit schmalen Budgets umgehen was ihn nun zu seiner ersten Auftragsarbeit geführt hat. Und auch hier bietet er eine ordentliche, wenn auch alles andere als innovative Arbeit.
Die Story ist mal wieder ein „Aliens“ Verschnitt: 13 Jahre nach dem ersten Teil empfängt die Erde ein Notsignal des Planten Sirius 6B und schickt einen kleinen „National Guard“ Trupp um die eventuellen Überlebenden zu retten. Dafür haben sie höchstens 6 Tage Zeit, da ein Meteoritensturm in Anmarsch ist und vermutlich den Planeten komplett zerstören wird. Das war es tatsächlich auch schon an Handlung. Die Figuren bekommen weder einen Background noch wirklich viel Persönlichkeit. Die einzige kleine Ausnahme ist Gina Holden aus der grottenschlechten „Flash Gordon“ Serie, die hier die Tochter von Peter Weller darstellt. Na ja, das bringt der Handlung nichts besonderes, aber irgendwie muss ja eine Verbindung hergestellt werden. Sonst sind die Charaktere typisch austauschbare Luftblasen, bei denen es wie so oft egal ist, ob die krepieren oder nicht. So ist auch das Drehbuch die große Schwachstelle des Filmes. Man kennt sämtliche Versatzstücke, man wird nicht wirklich überrascht(außer bei der Liebesszene die in einem Quickie endet und eigentlich völlig aus der Luft gegriffen ist) und auch der Finale Twist, der die Tür für eine Fortsetzung weit aufstößt, ist meilenweit erkennbar. So läuft alles Genretypisch nach Strich und Faden ab und solche Elemente wie die Paranoiasache in Teil 1, ist hier nur unscheinbares Beiwerk.
Trotz allem, und da muss man sicherlich Sheldon Wilson die Hand schütteln, ist das ganze ziemlich unterhaltsam geworden. Der Film legt ein ordentliches Tempo vor, erhöht die Anzahl der Actionszenen und vor allem den Härtegrad des ersten Teils deutlich. Durch gute Effektarbeit(von einigen wenigen günstig aussehenden CGI Effekten abgesehen, aber schon im Vorgänger waren die SFX nicht unbedingt top notch) und ordentliches Productiondesign schafft der Film etwas Atmosphäre aufzubauen und sieht dabei für eine STD Produktion ziemlich gut aus. Vor allem die humanoiden Screamers sind gelungen, auch wenn sie an die Vampire aus „Blade 2“ erinnern. Hier, als auch bei den etlichen blutigen Zerstückelungen wurde wirklich gute Arbeit geleistet und so wird man über das platte Drehbuch, durch eine gute Inszenierung, wenigstens teilweise hinweggetröstet. Auch wenn es halt nur B-Niveau ist.
Alles andere, wie Musik und Darsteller ist durchschnittlich und ohne besondere positive oder negative Merkmale versehen. Ach ja, Lance Henriksen schaut auch mal wieder für 10 Minuten vorbei und holt sich seinen Gehaltscheck ohne große mühe ab. Er erinnert inzwischen an den David Carradine der 90er Jahre, der auch überall für wenig Geld auftauchte.
Fazit:
Solide Fortsetzung, zu einem schon nicht Bahnbrechenden Vorgänger. Leider hat der Streifen arg mit einem faden Klischee Drehbuch zu kämpfen, aber durch die flotte Regie, gute Make-up und Splattereffekte sowie einer soliden technischen Seite, sollte der Film immerhin für einen netten Abend sorgen. Die Erwartungen nur nicht so hoch stapeln und immer auf B-Movie eingestellt sein, dann wird es schon gut gehen.