Das hat aber gedauert!
Fast 15 Jahre, nachdem Peter Weller sich in seiner langsam auslaufenden Star-Karriere auf einem öd-frostigen Planeten gegen sich rabiat gebärdende Mordmaschinen wehrte, kam 2009 dann doch noch eine, viel früher erwartete, Low-Budget-Fortsetzung hinterher geschoben.
Ich war schon mit dem Original nicht wirklich großartig einverstanden, dafür war mir der Film einfach zu karg, doch immerhin war er – in Maßen – orginell. Die Fortsetzung jetzt bietet leider gar nichts Neues, sie ist relativ übersichtlich und sehr „in your face“ – wenn die siebenköpfige Rettungsmission einen ganzen Planeten in sechs Tagen abgrasen will, bevor die Screamers-Butze von einer Waffe oder astrologischen Naturgewalt zerpulvert wird (so ganz genau wird das nicht definiert), dann ahnt man schon, dass sich die Darstellerzahl bald drastisch einreduzieren wird. Und so kommt es dann auch unvermeidlich.
Die Tricks sind diesmal maximal TV-Serien-Standard (solide, aber deutlich als aus dem PC erkennbar), so dass man die angreifenden Maschinchen meistens gar nicht großartig sehen kann – die Effekte, die sie verursachen, aber um so mehr.
Regisseur Sheldon Wilson, ein professioneller Zweitverwerter bekannter Stoffe, setzt ganz auf den undeutlich-rasanten CGI-Einsatz, präsentiert dann aber als Entschädigung ein paar deftige Gore- und Prosthetics-Effekte, die bei harmlosen DVD-Freunden sicher jenseits der zumutbaren Dazu-Pizza-Unterhaltung liegen.
Und so schrumpfen im Filmverlauf die sieben Zwerge zusammen, die sich auch nicht immer sonderlich geschickt anstellen oder mit besonders viel Material ausgestattet sind, um die Herausforderung zu stemmen.
Ein paar rettungsunwillige Planetenbewohner gibt es noch dazu, damit der Bodycount hochgehalten werden kann, doch mit zunehmender Laufzeit steigt auch der Dämlichkeitsfaktor mit jeder Spielminute und wer das Original gesehen hat, weiß sicherlich, dass wir hier nicht mit rosafarbenen HappyEnds zu rechnen haben.
Die Schlußpointe ist insofern also keine, sie wird dem Publikum rezeptionsfreundlich schon früh um die Ohren gehauen und die gewünschte Überraschung verpufft leider.
Wer sich auf Lance Henriksen freut, der möge bitte nur seinen netten 10-Minuten-Auftritt abwarten, das wirklich Überraschende in der Besetzungsliste ist eh der Auftritt von Jana Pallaske als Schiffsärztin, die man hier ja eher als ernsthafte und toughe Darstellerin in deutschen Landen kennt (weil man ihre Lippen vermutlich auch nur schwer vergessen kann), die hier allerdings einen kurz vor hysterisch agierenden nassen Lappen spielen muss, während die doch recht hüftsteife Gina Holden als Protagonistin eigentlich immer nur starr in der Gegend rumguckt.
Effektiv ist „Screamers – The Hunting“ kein schlimmer Schlag ins Gesicht, sorgt aber selbst beim gutwilligsten DVD- oder Streamingkonsumenten dafür, dass die Ungeduld mit jeder Filmminute weiter ansteigt. (4/10)