Kantana-Meister Tagart (Steven Seagal) führt eine Spezialeinheit aus Ex-Militärs in eine Massaker-Mission. Ihre Gegner: Vampire. In einer postapokalyptischen Welt, ausgesaugt von blutrünstigen Vampiren, sitzen die wenigen Überlebenden in einem infizierten Krankenhaus fest. Tagart ist ihre einzige Hoffnung, und er weiß, dass es nur einen Ausweg gibt: die gnadenlose Exekution jedes einzelnen Blutsaugers. Nun ist die Zeit gekommen, ins letzte Gefecht gegen die fleischfressenden Vampire zu ziehen, und es gibt nichts mehr zu verlieren – bis auf die letzten Vertreter der menschlichen Rasse.
Die Vorzeichen waren einmal mehr schlecht: Nachdem Seagal einige Filme in den USA gedreht hat, kommt von ihm nun wieder ein Film aus dem Ostblock. Diesmal aus Rumänien, wo auch schon die Michael Keusch – „Kracher“ Shadow Man, Attack Force und Unsichtbarer Feind gedreht wurden. Insbesondere Attack Force gilt für viele als der schlechteste Seagal überhaupt, und in Unsichtbarer Feind wird der B-Action-Fan mit Massen von Stock Footage zugedeckt, dass es einem weh tut. Vor allem da die Aufnahmen auch noch von minderer Qualität waren und deshalb nicht in den Film gepasst hatten.
Wie man hier nachlesen kann, fand ich Shadow Man soweit noch ganz passabel, doch von einem guten B-Actioner kann auch hier keine Rede sein.
Seine einzig sehenswerten Ostblock-Filme sind für mich noch Out of Reach und Submerged.
Ist Against the Dark erneut ein Film zum Ausschalten?
Positiv erwähnenswert ist sicher einmal, dass es hier Seagal beim dritten Anlauf gelungen ist, in einem echten Horrorfilm mitzuwirken. Die Story wurde also nicht im letzten Moment (Submerged) oder gar nachträglich (Attack Force) zu einem typischen 08/15-Actionfilm umgemodelt.
Und das tut dem Film recht gut. Er ist verhältnismässig geradlinig und man hat keine Mühe, der Geschichte zu folgen.
Allerdings handelt es sich gar nicht um einen „richtigen“ Seagal-Film, da Seagal nur eine grössere Nebenrolle hat, die man in etwa mit seiner Rolle in „Ticker“ vergleichen kann. Im Gegensatz zu Ticker hat Steven hier aber nicht viel zu sagen, wenn es hochkommt kriegt man von ihm etwa 30 Sätze zu hören.
Ansonsten ist er damit beschäftigt, sein Schwert kreisen zu lassen und mit der Schrotflinte für einige nette Einschüsse zu sorgen.
Gegen Ende darf er sogar noch zwei oder drei kurze Aikido-Moves zeigen, was ich als nette „Zugabe“ aufnehme.
Da er mit dem Schwert gut umgehen kann und sonst nur rumballert ist er in seinen Action-Szenen auch fast komplett ungedoubelt, nach dem „Double-Fest“ Kill Switch eine Wohltat.
Alles in allem kann man sagen, dass Seagals Auftritte hier durchaus Laune machen.
Auch im Schnitt ist nach Kill Switch eine klare Besserung zu vermelden, welcher recht gut geraten ist ohne zu nerven.
Die Optik ist auf typischem B-Movie-Niveau, wobei American Pie bzw. Pistol Whipped -Kameramann Richard Crudo sein Regie-Debüt bewusst düster und mit sparsamer Ausleuchtung bebildert. Was in anderen Seagal-Filmen schlichtweg unpassend war (Negativhöhepunkt ist hier Urban Justice, wo man gegen Ende praktisch nichts mehr erkennen kann), macht hier durchaus Sinn, denn schliesslich handelt es sich um einen Horrorstreifen in einem düsteren Krankenhaus. Man kann aber trotzdem jederzeit erkennen, was gerade passiert. Den Film mit der eher bunt gehaltenen Blade-Trilogie zu vergleichen, wäre also ziemlich unangebracht.
Vergleichbar wäre der Film eher mit „Resident Evil“ oder „28 Days later“, zumal die Vampire im Film sich eher wie Zombies verhalten. Natürlich nicht von der Qualität her, denn ein 9 Millionen Film mit einem 32 Millionen Blockbuster zu vergleichen wäre sehr unangebracht.
Mit der Logik hapert es im Film sowieso des Öfteren. Die Handlung gewisser Personen ist oftmals nicht wirklich nachvollziehbar und manche Sequenzen wirken eher wie Lückenfüller, als das sie die Geschichte wirklich vorantreiben können.
Der Film hakt dann auch alle Klischees schön brav ab, kann aber durchaus mit etwas Atmosphäre punkten. Die Gänge im Krankhaus sind schön düster und ab und zu dreckig-schleimig, und die Musikuntermalung von Philip White ist überraschend zurückhaltend und unterstreicht angenehm die Bilder, ohne störend zu wirken.
Neben dem mal wieder rundlich wirkenden Steven Seagal hat vor allem Tanoai Reed (The Rock’s Cousin) actiontechnisch einiges zu tun und verbucht dann die besten Fight-Szenen auch für sich.
Man könnte es fast schon vergleichen mit einem "The Shepherd" mit Jean-Claude Van Damme: Während Van Damme müde und verbaucht wirkt, hat der jüngere Scott Adkins die eindeutig besseren Fightszenen zu zeigen.
Die Action in „Against the Dark“ haut einen zwar vielleicht nicht gerade um und ist in der ersten Hälfte noch etwas spärlich, wenn sie vorhanden ist macht sie aber durchaus Spass und liegt in der Choreografie und Montage sicher über dem Niveau von Produktionen wie „Attack Force. In der zweiten Hälfte nehmen die Vampir-Angriffe dann auch deutlich zu und somit wird auch die Action gesteigert. Das alles sehr blutig gehalten ist, braucht nicht weiter erwähnt zu werden, denn bei einem solchen Film wird dies einfach erwartet.
Stock Footage von Militärflugzeugen gibt es hier auch noch zu bewundern, allerdings sind es mir unbekannte Aufnahmen, ausserdem sind sie gut in den Film eingefügt worden.
In einer Nebenrolle als Militäroffizier hat Keith David (Zum Töten freigegeben, Pich Black) seinen Auftritt, allerdings hat er keine einzige Szene mit Seagal zusammen gedreht.
Die anderen Darsteller sind nicht weiter erwähnenswert und leisten einen soliden Job ohne weiter positiv oder negativ aufzufallen.
Fazit: Entgegen meiner Erwartungen ein doch noch einigermassen sehenswerter Film mit düsterer Stimmung, vielen Vampiren und noch mehr Blut. Wer sich nicht daran stört, dass hier nur die gängigen Klischees serviert werden, Seagal nur in einer grösseren Nebenrolle mitspielt und die Logik hin und wieder von Seagals Schwert exekutiert wird, kann hier durchaus seinen Spass daran haben.
Dass der Film im Ostblock gedreht wurde ist für den Film für einmal sogar ein Pluspunkt. Die Optik ist zwar nicht die beste, aber zumindest die Action ist über dem Niveau von Totalausfällen wie Attack Force und somit ist „Against the Dark“ zumindest unter Seagals Rumänien-Ausflügen noch der überzeugendste.
knappe 6/10