Universal Studios hat die Zeichen der Zeit erkannt: Man kann mit dem Franchise schon noch Kohle machen, es muß nur in den fähigen Händen aufgehoben sein.
Und fähig sind die Hände Justin Lins wohl. Dieser Teil ist eine selten erlebte und kaum für möglich gehaltene Frischzellenkur für ein totes Franchise. Viele Leute schieben es Vin Diesels Rückkehr zu, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn obwohl er immer noch Charisma hat, schleift er hier halbwegs träge durch das Bild.
Die wahre Leistung ist was Justin Lin aus dem augelutschten Format herausholt und die Grenzen des Franchise auslotet, überschreitet und das Franchise neu definiert. Obwohl augenscheinlich nach wie vor Machismo-Schrott (positiv gemeint) produziert wird, ist dies definitiv Mainstream-Action vom Feinsten, mit einer wirklich guten Polizei-Story (auch hier in den engen Grenzen, die das Material hergibt, man sollte keinen zweiten Donnie Brasco oder Serpico erwarten).Grundsätzlich gibt es an diesem Film kaum etwas auszusetzen: Gute Laune ist garantiert, ein perfekter Popcorn-Blockbuster, der auch sehr viel Appetit auf mehr macht.Insofern Aufgabe erfüllt, Test bestanden, weiter so.
Ein Wermutstropfen bleibt: Dadurch dass das Bild so knackig ist, wird dem Publikum das derzeitige Hollywood-Schönheitsideal fast schon schmerhaft vor Augen geführt: Jordana Brewster, einstmals eine wirklich sehr schöne Frau ist merklich nur noch eine Maske, da hilft auch noch so viel CGI-Weichzeichner nicht. Irgendwie wirkt es fast so, als würden hier Botox, (Un-)Schönheitsoperationen und Mager(wahn)sucht eine unheilvolle Allianz eingehen. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Michelle Rodriguez.