Review

Natürlich musste kurz vor der Jahrtausendwende auch ein Exorzistenverschnitt in die Kinos kommen, da haben wir nun das Mainstreamfilmchen für den Popcornknabberer von nebenan.

Story:
Die Friseuse Frankie Page (Patricia Arquette) wird von Stigmata heimgesucht, das passiert normalerweise nur tief religiösen Menschen. Schnell schickt der Vatikan Pater Kiernan (Gabriel Byrne) zu ihr. Doch der weiss sich auch nicht recht zu helfen. Die Verletzungen Jesu (Stigmata) schreiten voran. Schliesslich schreibt Frankie in einer Art Besessenheit, ein Evangelium in hebräischer Sprache an die Wand. Würde dieses Evangelium veröffentlicht werden, würde die Kirche fallen. Das wollen ein paar Mitglieder der Kirche verhindern und ziehen Kiernan ab um Frankie zu töten. In letzter Sekunde kann dies Kiernan jedoch verhindern und Frankie vom Geist zu erlösen, der von ihr Besitz ergriffen hat. Doch die Identität des Geists birgt eine Überraschung.
Naja, reichlich Klischees, Priester kommt Besessener viel zu nahe und eine Intrige um die Kirche machen den Film leider nicht so interessant wie es erst scheint. Irgendwie fehlt der Film der letzte Kick und das Drehbuch weiss nicht, ob man sich nun für die geheimnisvolle Frau mit den fremden Botschaften oder einer Intrige entscheiden soll. Vor allem letzteres wird zu kurz angerissen...

Musik:
Bekommt man alles mit, von atmosphärischen Klavierklängen in der Kirche oder im Appartment von Frankie bis zu Rock und Hardrock im Prolog oder in der Disco. Die Musik weiss nicht was sie will, modern sein oder sich an alte Normen halten. Der Mix ist jedenfalls tödlich für die Stimmung. Vor allem nach dem Anfangsstück glaubt man Scream, anstatt in einem okkulten Thriller zu sehen.

Atmosphäre:
Anfangs sehr gut. Man wird anfangs ohne Einführung in den Film versetzt. Fremde Sprache, Kirche, weinende Madonna! Klasse. Dann kommt die Friseuse die Stigmata bekommt. Warum grad sie ( warum kein Kirchenmensch), eine blonde Friseuse die Auserwählte ist, ist unklar. Die ständigen Tropfenaufnahmen nerven irgendwann ohne Ende und wieso zum Teufel leben 2 Friseusen in so einer heruntergekommenden Wohnung. Warum badet Frankie mit Kerzen, statt mit normalem Licht. Ungereimtheiten und Fragen ohne Ende zerstören die Atmosphäre genauso wie die angedeutete Romanze.....

Schauspieler:
Patricia Arquette spielt ziemlich kitschig die blonde Friseuse, mit den Nerven zwischendurch am Ende bandelt sie doch mit dem Pater rum. Dann erholt sie sich auch wieder schnurstracks von den Stigmata. Ich werd irgendwie nicht schlüssig aus ihr. Einerseits ist es faszinierend wie schnell sie wieder normal wird und sich von den Stigmatas erholt. Anderseits wird es wirklich lächerlich wenn sie morgens völlig übernächtigt in die Kirche kommt, ihre Wimperntusche aber perfekt aufgetragen ist. Wieso nicht mal ein völliger Zusammenbruch von ihr? Hätte mir von ihr ein paar Emotionen mehr gewünscht....
Gabriel Byrne merkt man förmlich an, wie er sich in dem Film langweilt. Dagegen hat ihm die Rolle in End of days richtig Spass gemacht. Viel zu emotionslos und verklemmt, sowie "wissenschaftlich" schauspielert er durch den Film. Im 2. Teil des Films kann er nur zwei Gesichtsausdrücke, den fragenden Nullblick/Skepsisblick und am Ende einmal kurz einen Anfall von Ärger....

Fazit:
Verschenkter Film mit gutem Anfang, der danach aber stark abbaut. Wer einen "Exorzist" erwartet wird bitter enttäuscht

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