Review

Ninja Assassin

Eine gewisse Mystik umgab schon immer die Thematik um die „Ninja“. Ganz wichtig natürlich ihr Jahrtausend alter Kodex und die Macht nahezu unsichtbar zu agieren. Perfekte Körperbeherrschung, Einsatz diverser Stichwaffen und Loyalität ihrem Clan gegenüber zeichnet Sie aus und macht sie scheinbar unbesiegbar. Europol-Agenten kommen ihnen aber auf die Spur und vermuten das eine ganze Attentatsserie auf ihr Konto geht. Doch aus den Jägern werden Gejagte und der Clan, hier als Ozunu-Clan betitelt, macht keine Gefangenen. Da kommt die unverhoffte Hilfe aus den Reihen des Feindes, nämlich der Ninja Raizo (Rain), welcher noch eine Rechnung mit seinem Meister zu begleichen hat, gerade recht und er unterstützt speziell die Europol- Agentin Mika schlagkräftig. Hightech ermöglicht es, dass geheime Ausbildungslager des Clans ausfindig zu machen und Raizo bekommt seine Chance auf Vergeltung.

Ninja Assassin ist wohl das was ein Film dieser Gattung in unserer heutigen Zeit werden muss. Schnell, kurzweilig, hart und blutig, und das alles von Beginn an. Auch Vergleiche mit "American Fighter" und Konsorten machen nicht wirklich Sinn. Das der Film optisch auch noch gelungen ist, macht es sehr leicht ihn zu mögen. Gerade Actionfans kommen voll auf ihre Kosten. Ein paar technische Finessen, Filter, gut platzierte Zeitlupen und alles irgendwie Edel. Auch die Locations sind OK, wobei Berlin als einer der primären Schauplätze nicht so offensichtlich ausgereizt wurde wie man meint (immerhin die Siegessäule kann man schon erkennen). Albernen Firlefanz ließen Regisseur James McTeigue (V for Vendetta) und Drehbuchautor J. Michael Straczynski (Babylon 5) zum Glück auch beiseite, wenn man mal von der inhaltliche Eskapade Europol-Beteiligung und dem Standort Berlin absieht. Lediglich Spannung bleibt auf der Strecke. Dafür wurde der Hauptcharakter viel zu übermächtig gezeichnet (auch wenn er in grafischer Hinsicht mehr als einmal hätte sterben müssen), aber auch der geradlinige Plot mit seinem mehr als vorhersehbares Finale trägt dazu bei.

Solide, aber trotzdem charismatische, Darsteller können den Hauch von Mystik transportieren. Und das obwohl der Film öfters Over the Top zu laufen scheint, was nicht zuletzt am hohen Blutzoll liegen sollte. Selten solch ein Schlachtfest in einer kommerziellen Produktion gesehen wie hier (fällt mir spontan nur „Kill Bill“ ein). Da werden Körper geteilt, Gliedmaßen entfernt und alles gleicht einem blutigen Gemälde, zumal die Blutfontänen, aufgrund ihrer künstlichen Erzeugung (CGI), das ganze extrem unterstreichen.

Das dies eine Joel Silver-Produktion ist muss man nicht besonders hervorheben. Seine Blütezeit ist vorbei. Vielmehr darf das gelungen Endresultat den Wachowski-Brüdern und Regisseur McTeigue, welcher schon als Assistent bei der Matrix-Trilogie fungierte, zu geschrieben werden.

NINJA ASSASSIN ist ein überaus unterhaltsamer Actionstreifen und kracht das die Bude wackelt, die Action ist gut gewichtet und Längen sind quasi überhaupt nicht vorhanden. Ach ja, was noch gar nicht erwähnt wurde ist die Tatsache das auch verdammt viele Ninja zu sehen sind, und das obwohl sie vorzugsweise im Schatten agieren.

Überraschend gut unterhalten und deshalb von mir 7/10

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