Inhalt:
Irgendwo in China. Ah Chi (Leung Kar Yan) ist der Gehilfe des Fischhändlers (Lee Kwan) im Marktviertel einer Stadt, und zu dessen Leidwesen ist Ah Chi ein gewitzter Hallodri.
Ah Chi verfügt aber zudem über ein herausragendes KungFu. Und er legt sich mit denen an, die das Marktviertel kontrollieren wollen, sowie dazu den Händlern Teile ihrer Einnahmen abpressen: Die Jade-Bruderschaft (in der Original-Fassung: "White Suits")!
Als Ah Chi wieder einen Kampf mit diesen Männern und deren Unter-Chefs (Ma Chin-Ku, Shih Ting-Ken) sucht und gewinnt, ist für seinen KungFu-Lehrer (Fang Mien) das Maß voll. Sein Lehrer schmeißt ihn aus der Schule raus..., auch zum Leidwesen der Tochter Shu Len (Cheng Feng) des Meisters.
Ah Chi´s neuer Lehrer wird schließlich der Großvater (Chin Yuet-Sang) eines heranwachsenden, sehr talentierten Jungen, "The kid" (Wong Yat-Lung). Dieser neue Sifu beherrscht die KungFu-Technik des "Stichs der Tarantel" (in der Original-Fassung: "Thundering Mantis").
An der Beherrschung dieser Technik ist auch der Ober-Boss der Jade-Bruderschaft, Shiao Tse Tung (Eddy Ko) brennend interessiert! Und so will Shiao beider habhaft werden.... sowohl Ah Chi als auch dem Sifu des "Tarantelstich"-Stils.
Als sowohl der Sifu als auch der Fischhändler brutal von Shiao und seiner Gang getötet, sowie Ah Chi und "The kid" in das Quartier Shiao´s entführt und dort brutal gefoltert werden..., kommt es zum blutigen und mörderischen Show-Down auf Leben und Tod.........
Fazit:
Im Jahre 1980 entstand diese flott inszenierte und in ihrer finalen Phase mit harter KungFu-Action -mit Splatter-Effekten garniert- versehenen Eastern-Komödie unter der Regie von Teddy Yip für die Hongkonger Labels "Goldig Films" und "East Asia Film Co.".
Der Streifen hat ein klares Handlungs-Schema..., ist eine stringent in Szene gesetzte KungFu-Klamotte im Stile des berühmteren Streifens "Sleeping Fist" ("Schlitzauge sei wachsam"), der mit fast der selben Besetzung auch unter der Regie von Teddy Yip entstand..., und "The thundering mantis" ("Donnerfaust und Tigerkralle") ist wohl als eine Art "Ergänzungsfilm" hinsichtlich "Sleeping Fist" zu werten.
Einfache Kulissen..., viel Outdoor in einem Marktviertel oder in den Hinterhöfen einer Stadt, klare Bilder..., die Eastern-Atmosphäre ist gegeben..., und erinnert immer wieder an "Sleeping Fist".
Teddy Yip erzählt die Geschichte flüssig..., sie ist nur ein Aufhänger für die zahlreichen Fights..., man kommt gut mit und wird hier leicht unterhalten.
Die Darsteller sind in den gleichen Rollenbildern zu erleben..., und es sollte eine witzige Komödie entstehen. Nun, die Gags sind -und das ist keine Überraschung- nicht immer gelungen, einige Darstellungen sind übertrieben dümmlich..., Hongkong-Comedy eben.
Aber "The thundering mantis" ist durchaus sehenswert..., denn auf kernige -und hier auch überraschend brutale- KungFu-Fights braucht der geneigte Eastern-Fan ja auch hier nicht zu verzichten!
Leung Kar Yan ist hier in der Hauptrolle zu sehen..., den Schalk im Nacken..., doch er wird immer ernsthafter, da der Bodycount stark zunimmt, und der Villain äußerst brutal agiert.
Und Leung Kar Yan bringt seinen überaus agil-athletischen KungFu-Stil mehr als gekonnt mit ein.
Kinder-Star Wong Yat-Lung ist wie in "Sleeping Fist" wieder mit dabei..., ca. hier 11 oder 12 Jahre jung..., dafür schon ungeheuer muskulös..., aber vor allem überaus gelenkig!
Ist ja immer so eine Sache, wenn ein kleiner Junge mitagiert..., aber er macht das ziemlich gut ohne groß zu nerven.
Den grauhaarigen, knorrigen Sifu gibt hier diesmal nicht "Drunken master" Simon Yuen, sondern Chin Yuet-Sang. Der kann natürlich dem "Drunken master" nicht das Wasser reichen..., dieser bleibt natürlich unerreicht. Aber im Rahmen seiner Möglichkeiten macht Chin Yuet-Sang das sehr ordentlich..., man sollte ihn nicht mit der Legende Simon Yuen vergleichen, das wäre ungerecht.
Die bildhübsche Cheng Feng ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen...., der Streifen brauchte eine weibliche Hauptrolle allerdings auch nicht sonderlich.
Die Villains..., sie sind brutal und skrupellos..., manchmal etwas dümmlich, wenn es gegen Wong Yat-Lung geht.
Ma Chin-Ku will seine Männer zur Räson bringen..., und schnauzt sie bei Misserfolgen an.
Oberster Villain ist aber Eddy Ko..., der versteht nun keinerlei Spaß und ist ala Hwang Jang Lee in den Jackie Chan & Simon Yuen-Easternkomödien jener Jahre der unbedingt benötigte harte Gegenpol in diesem Streifen.
Und das sorgt für ein ungemein hartes und blutiges Finale hier...!
Das KungFu ist hier das Wichtigste. Die Fights sind erstklassig choreographiert und flüssig in ihrem Ablauf, zudem gut durchmischt. Fights 1vs20... rasant und mit Drive..., und Duelle, vor allem im kernigen Finale..., in den letzten 20 Minuten wird fast ununterbrochen gefightet..., und der Streifen hat hier seinen komödialen Charakter längst verlassen.
Selbst aber die Fights mit Wong Yat-Lung gegen das "Fußvolk" der Villains sind hier durchaus sehenswert..., geschickt und witzig arrangiert und von der unglaublichen Gelenkigkeit von Wong Yat-Lung lebend!
Höhepunkt ist der finale Fight von Leung Kar Yan und Eddy Ko..., mit Splatter-Effekten die keiner erwartet hat/hätte.
Da werden Gelenke ausgerenkt, Arme ausgekugelt und Knochen gebrochen..., ein ungemein brutaler Pas de deux des Todes.
Leung Kar Yan verliert vor Rachegelüsten hier komplett jede Contenance..., wie von Sinnen macht er seinen Gegner hier fertig.
Ich habe schon so viele Eastern gesehen..., so einen knallharten, blutigen, einen so viehischen Show-Down wohl aber nur selten.
Man ist da schon überrascht..., man guckt da gebannt zu, fast mit einem Kloß im Hals..., das soll eine KungFu-KOMÖDIE sein?
In den letzten 20 Minuten ist das ein fetziger KungFu-Actioner...!
Mit "The thundering mantis" ("Donnerfaust und Tigerkralle") wird der Fan des Eastern-Genres insgesamt gut unterhalten..., keine große Geschichte, keine wuchtige Eastern-Bilder-Oper..., aber eine unterhaltende KungFu-Komödie..., mit kernigen Kämpfen und einem überraschend harten Finale.
Knappe 8/10 Punkte kann ich hier vergeben.