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Wegen einiger Ghouls wird also ein einzelgängerischer Lagerarbeiter zum Serienkiller, - und schuld ist mal wieder der Fluch des alten Indianerfriedhofs, den wir seit Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ kennen.
Was sich da an makaberer Ironie und Splatter auftun könnte, erfüllt sich leider bis zum Schluss nicht und wo andere Independent-Filme zumindest mit unfreiwilligem Humor punkten könnten, nimmt sich dieser Beitrag viel zu ernst.

Im Mittelpunkt steht Sanford, der Außenseiter, der soeben Wohnung und Frau verloren hat und bei seinem schwerkranken Onkel unter kommt. Rasch entdeckt Sanford dessen Geheimnis, denn im Keller füttert er Ghouls, die sich ausschließlich von Menschenfleisch ernähren.
Als der Onkel stirbt, muss Sanford die Last des Fluches weiter tragen und den Kreaturen frisches Menschenfleisch beschaffen, bis ihm die Idee kommt, die Monster zu trainieren und sich primär an seinem Arbeitgeber und dessen intriganten Sohn zu rächen…

Dass es sich bei diesem Streifen um eine äußerst günstige Produktion mit schwachen Darstellern in austauschbaren Kulissen handelt, ist zu verschmerzen, doch das Potential der Prämisse wird nahezu komplett in den Sand gesetzt.

Behäbig und ohne jegliches Augenzwinkern bringt der Stoff einfach keine Abwechslung.
Stets wechselt man zwischen Arbeitsplatz und Heim, während an beiden Orten ständig die gleichen Abläufe zu verzeichnen sind. Sanford wird gemobbt, während ihn seine Kollegin in Schutz nimmt (und man weiß im Vorfeld schon, dass sich da ein Rendezvous anbahnt, welches eventuell einen tragischen Ausgang nehmen könnte).
Daheim lockt Sanford alle möglichen Passanten in die Falle, um ihnen eins mit dem Baseballschläger überzubraten, vom Staubsaugervertreter, über den Pizza-Boten bis hin zum Obdachlosen.

Unspektakulärer könnte man derartige Szenen jedoch kaum inszenieren. Teilweise sieht man nicht einmal die Schläge, ganz zu schweigen von dem, was im Keller mit den Opfern geschieht, zumal es dort schlicht zu dunkel ist, um überhaupt Details erkennen zu können.
Da ist ein Biss in den Hals (im Halbdunkel) bereits das Härteste, was insgesamt geboten wird.
Was insofern schade ist, weil zumindest die Gestaltung der Kreaturen recht ordentlich ausfällt, mit spitzen Zähnen, dunkelgrüner Haut und der Visage, die ein wenig an „Planet der Affen“ erinnert. Auch deren Sounduntermalung in Form von grummeligem Gebrüll fällt überrascht effektiv aus.

So erledigt Sanford mühelos ein Opfer nach dem anderen, versucht den Ghouls Kommandos und Manieren beizubringen, während die Cops ein, zwei mal mit einer Liste von vermissten Personen auftauchen, aber zunächst nicht näher auf Sonderling Sanford eingehen, - es fällt nach einiger Zeit noch nicht einmal ein vermisster Cop auf, der dummerweise in Sanfords Abwesenheit ins Haus einbrach und damit sein Schicksal besiegelte.

Spannend gestaltet sich die Chose ergo nicht, da kein Opfer auch nur den Hauch von Gegenwehr anzeigt und auch Sanford im Umgang mit seinen unfreiwilligen Untermietern kaum Probleme hat, - zumindest nicht bis zum erahnten Showdown, dessen Ausgang sich schon innerhalb der ersten Szenen andeutet.

Auch auf handwerklicher Ebene muss man stellenweise gewaltig Abstriche machen.
Die Kameraführung ist zuweilen unruhig und wirkt wie ohne Stativ geführt, dazu gesellt sich ein teilweise haarsträubender Schnitt, der den Score einfach abhackt, anstatt auszublenden.
Wie angesprochen, ist es auch um die Ausleuchtung schlecht bestellt. Während die Szenen am Arbeitsplatz und innerhalb der Wohnung die tristen Töne unterstreichen, weil es an Kontrasten mangelt, sind sämtliche Szenen mit den Ghouls (ja, ja, sie scheuen Tageslicht und Feuer) deutlich zu schummrig ausgefallen.

Folglich wird das blutleere Geschehen fast einzig von Hauptdarsteller John Anton getragen, der dies recht gut hinbekommt, zumindest insofern, als dass man eher Sympathien für seine kauzige Figur empfindet, als dessen Handeln zu verurteilen und man sogar dankbar für die Selbstgespräche ist, weil sonst noch weniger präsentiert würde.
Ansonsten mangelt es deutlich an Schauwerten, Abwechslung und Pfiff.
Nichts, was einer Empfehlung nahe kommt.
3,5 von 10

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