Review

Inhalt:

China, zur Zeit der Ming-Dynastie. Tao Lung (Yeh Hsiao-Yee) ist bereits als Minderjähriger ein sehr starker KungFu-Fighter. Er ist dreist-frech und arrogant, und verprügelt mit seinem KungFu selbst erwachsene Männer, auch das jeweilige Mobiliar wird dabei stets zerstört.

Sein Vater (Ma Chi) und seine Lehrer wissen nicht mehr weiter, selbst disziplinarische Maßnahmen fruchten nicht. Die Jahre vergehen, und aus Tao Lung (Chen Kuan Tai) ist ein erwachsener Mann geworden, sein KungFu ist stark, doch sein Charakter hat sich nicht verändert. Frech-arrogant und das große Wort führend, sucht er immer nach Gelegenheiten, sich mit anderen zu schlagen.

Als KungFu-Fighter bei einer Vorführung im Ort auftreten, Männer aus dem Publikum die Kämpfer herausfordern sollen, mischt Tao Lung mit. Als durch den heftigen Fight der gesamt Bühnen-Aufbau zusammenkracht, kommen Unschuldige zu Tode. Tao Lung muss fliehen, und er muss sich eingestehen, dass sein KungFu doch noch nicht so gut ist, wie er zuvor glaubte.

Tao Lung findet einen neuen Lehrer, Master Wong (Ku Cheng aka Goo Chang), einen wahren Meister des KungFu. Master Wong gelingt es durch seine trocken-bestimmte Art, Tao Lung nicht nur zu einer KungFu-Kampfmaschine zu machen, auch im Charakter ist Tao Lung nun deutlich geläutert-gesetzter. Zusammen mit seinem Mitschüler Sher Lan (Cheng Kang-Yeh) wird Tao Lung einem intensiven Training in KungFu unterzogen.

Als die Ausbildung beendet ist, verlässt Tao Lung seinen Meister. Da wird seine Familie überfallen, alle werden getötet. Die Mörder sind der skrupelose Cao (Shih Chung-Tien aka Shut Shung-Tin) sowie dessen 3 Schergen (Tsai Hung, Chu Ben-Ke, Chow Ming-Ching). Tao Lung schwört den Mördern blutige Rache.

Tao Lung begegnet der schönen Wirtshausbetreiberin Yu (Chia Ling aka Judy Lee), derem Ehemann (Hsiang Yun-Peng) und einem Mönch (Chen Song-Yong) der Shaolin. Sie werden zu seinen Gefährten, gemeinsam wollen sie die Rache Tao Lung´s angehen. Dazu suchen sie einen nach dem anderen der Schergen Cao´s auf, um diesem auf die Spur zu kommen.

Es kommt zu etlichen Kämpfen und schließlich zum alles entscheidenden Show-Down, bei dem sich Tao Lung und Cao in einem Duell auf Leben oder Tod gegenüberstehen...!

Kritik:

Im Jahre 1977 (laut hkmdb.com, nach anderen Angaben im Jahre 1978) drehte Regie-Routinier Pao Hsueh-Li für ein kleines Studio diesen KungFu-Actioner auf Taiwan.

Ein Eastern, der sicherlich nur was für eingefleischt-hartgesottene Fans des Genres und des Haupt-Darstellers Chen Kuan Tai sein dürfte. Chen Kuan Tai, zu jener Zeit ein Mega-Star der Shaw Brothers in Hongkong, pendelte immer wieder nach Taiwan, um für unbekanntere Labels oder in eigener Produktion, in einfach strukturierteren B-Eastern mitzuwirken.

Dieser Streifen hier, "The Hero tattooed with nine Dragons", ist denn eher was für seine Fans, die seine Laufbahn als KungFu-Darsteller komplett betrachten wollen, und für hartgesotten-eingefleischte Eastern-Fans. Denn dieser kostengünstige B-Eastern ist in der ersten halben Stunde eine eher schwächliche, ja fast kaum erträgliche Produktion. Zwar ist mit typischen, authentisch-altchinesischen Kulissen und Kostümen wieder eine gediegene Eastern-Atmosphäre gegeben, aber die Hauptfigur als Minderjähriger, der frech-dreist den Erwachsenen auf die Nerven geht, die mit dieser vorlauten Göre nicht klar kommen, nervt den Zuschauer. Dadurch werden episodisch etliche Minuten dieses Films verplempert. Eine inkohärente Inszenierung, blödsinnige Dialoge und Comedy ziehen das alles noch weiter runter. Nee, wirklich nicht doll. Auch als dann Chen Kuan Tai die Szenerie nach einem Zeitsprung betritt, wird das alles nicht besser.

Nach einer halben Stunde etwa, zieht das alles aber ziemlich stark an. Dadurch, dass Chen Kuan Tais Figur hier einen gelassen-trockenen, aber auch streng-bestimmten Sifu findet, läutert dies nicht nur den Charakter dieser Figur, die nun ruhig-gesetzter und konzentrierter erscheint. Durch das kernige Training, die intensive Ausbildung des Anti-Helden, im Verbund mit einem Mitschüler, erhält auch die Action wesentlich mehr Drive und die Körperbeherrschung hier, zeigt eine doch gewisse, hohe Qualität. Die Ausbildung Chen Kuan Tais und Cheng Kang-Yehs (der seine Sache agil und tapfer macht) hier durch Ku Cheng (aka Goo Chang), das sind mit die besten Szenen des Films, zuvor waren ja die Kämpfchen des arrogant-verzogenen Jungen und weitere Balgereien auf einem schwachen Niveau. Auch das ändert sich nach der Ausbildung des Anti-Helden, und die KungFu-Fightaction zieht so mächtig an, wie die Dramaturgie im Rache-Schema.

Nach der Ausbildung CKTs drosselt Pao Hsueh-Li zwar wieder das Tempo seines Films, um Chia Ling´s (aka Judy Lee) Charakter einzuführen, und den Anti-Helden mit seinen -dann- Mitstreitern zu versehen. Aber dann rockt die KungFu-Fightaction mit vielen Kämpfen diesen Eastern noch ins dramatische Finale und ins Ziel. Da sind dann die Schwächen eingangs, denn verziehen, kann der Streifen den eingefleischten Eastern-Fan noch überzeugen.

Chen Kuan Tai ist hier der Anti-Held, wirklich ein Anti-Held, denn richtig sympathisch kommt seine Figur nicht rüber. Geläutert zwar, ruhig-konzentrierter nach einer Ausbildung in KungFu, doch bleibt CKT eher ein Anti-Held. Aber er macht das mit all seiner Routine, und mit all seiner KungFu-Technik und Körperbeherrschung die über alle Zweifel erhaben ist. Seine Fans kommen auf ihre Kosten, gleichwohl Chen Kuan Tai in aufwändigeren Produktionen natürlich mehr glänzen konnte.

Eine wichtige Rolle als Sifu des Anti-Helden spielt hier der Darsteller Ku Cheng (aka Goo Chang), der mir hier richtig gut gefiel. Durch seine Figur und sein Spiel, wird er zum Wendepunkt im Film. Seine Art des Auftretens, trocken aber bestimmt, bringt er die Figur CKTs zur Räsong, das konzentriert-knallharte Training zieht Ku Cheng auch actiontechnisch gekonnt durch. Ku Cheng, der eigentliche Held in diesem Actioner, jedenfalls für mich.

Shih Chung-Tien (aka Shut Shung-Tin) agiert als Haupt-Villain, mit den üblich-typiscchen Ingridenzien einer solchen Figur. Das macht er solide, und ist im Endfight natürlich der finale Gegner Chen Kuan Tais.

Chia Ling (aka Judy Lee) besetzt die weibliche Rolle, und kommt erst nach über 50 Minuten Laufzeit ins Bild. Sie agiert gewitzt, und soll das alles etwas auflockern, ihre Darstellung ging okay, und im Finale fightet sie beherzt mit. An ihrer Seite und dann auf Seiten des Anti-Helden dann noch Hsiang Yun-Peng, der etwas untergeht, und Chen Song-Yong als Shaolin-Mönch, soll er etwas Witz in die Sache bringen. Er fightet im Finale dann aber kräftig mit..., Chia Ling und die beiden Männer sind aber vornehmlich als beistehende Side-Kicks Chen Kuan Tais gedacht, die den Endkampf mit zusätzlichem Drive versehen sollten.

Das bringt mich abschließend zur KungFu-Fightaction, einmal mehr natürlich das Wichtigste. Da bietet "The Hero tattooed with nine Dragons" natürlich nicht viel Neues von der KungFu-Front, und größere Produktionen boten besseres, klar. Aber nach schwachem Beginn, kann die Action im Training, und dann die Fights gegen die Schurken, hier noch einiges raushauen. Klassische Techniken, schöne Körperbeherrschung, und ein eisenhartes Finale rockt mit KungFu-Action-total mit dem nötigen Drive diesen Eastern noch aus allen Mankos und ins Ziel.

Eingefleischt-hartgesottene Fans des Genres und von KungFu-MegaStar Chen Kuan Tai, können mit diesem B-Eastern noch gut -nach ca. einer halben Stunde Laufzeit- leben.

6/10.

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