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Wie gewonnen, so zerronnen...22.07.2010

Es ist doch ein Kreuz mit dem Leben...man rackert sich ab, es geht nicht voran, die Bank hält einen in den Klauen, die Arbeit fällt schwer, das Auto ist alt, das Haus benötigt eine Renovierung... man spielt Lotto. Das ist die eine Möglichkeit. Auf der anderen Seite aber könnte ja mal der Zufall einspringen und einem aus der Patsche helfen, wenn es zum Monatsende wieder mal ganz arg eng wird. Doch wie man weiß - im Leben gibt es nichts umsonst, und wenn man etwas findet, dann hat es ein anderer verloren...und der möchte es vielleicht wiederhaben. Also sollte man tunlichst jedes Aufsehen vermeiden, keine schnellen Anschaffungen tätigen, weiter ganz kleine Brötchen backen. So haben wir es gelernt in Ein einfacher Plan, und so hätten es Sam und Leslie hier auch halten sollen.

Es könnte so einfach sein, isses aber nicht...wenn einem mir nichts, Dir nichts ein Koffer auf die Motorhaube fällt, darin mehr als 600.000$, kein Mensch weit und breit zu sehen. Das Geld kommt wie bestellt, aber anstatt nun in Ruhe einen Plan zu entwerfen, wird sogleich ein neues Auto gekauft und bar bezahlt. Dumm nur, daß das Geld aus einem Raubüberfall stammt, der Räuber im Gefängnis sitzt und seinen Zwillingsbruder um Hilfe bittet, einen ruhigen und an sich netten Herrn namens Pyke. Dieser steht nach einigen sehr einfachen Nachforschungen vor der Tür, dann auch gleich im Haus von Sam und Leslie und bittet nachdrücklich um Herausgabe des Geldes. Hui, ist  ja nicht mehr alles da, da könnte man ja ein wenig feilschen und handeln...doch mit Gangsters ist nicht gut Kirschen essen, und nachdem die Frist zur Wiederbeschaffung kurz ist...muß man selbst zum Räuber werden. Pyke ist dabei gerne behilflich, der Mann ist ja nur ein Mensch wie Du und ich, der sein Stück vom Glück haben möchte.

So weit, so wirklich gut, denn Sean Bean ist in der Rolle des Pyke wirklich eine Bank. Leider fällt dagegen das restliche Personal deutlich ab und bleibt nicht weiter im Gedächtnis. Und leider wird der Film zum Ende hin auf der einen Seite unglaubwürdig, während er auf der anderen Seite durch einen zu großen Zufall auch sogleich wieder zu Ende ist. Das mindert den guten Eindruck der ersten Stunde sehr, denn da freut man sich noch über eine innovative Storyidee, die auch recht ordentlich umgesetzt wird, während zum Schluß hin Hast und Eile das Vergnügen deutlich trüben. Macht aber nichts, denn unterhalten wird man über die gesamte Laufzeit gut, und auch die Diskussion zum Thema "was würde man selbst machen, wenn..." beschließt den Tag erfreulich. Kein Meisterwerk, nichts für das große Kino, aber ein guter, kleiner Film, der mit solidem Handwerk wahrlich unterhalten kann - 7/10.

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