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CA$H ist einer der Filme die durch geschickte Werbung, Coverlook und einen aufreibenden Trailer einen Top Gangsterthriller vortäuschen. Wenn man ihn sieht und wirklich fair beurteilt handelt es sich dabei um ein klassisches B-Movie mit teils durchwachsenen Schauspielerkünsten und einer teils holprigen Inszenierung. Insgesamt muss sich der Film allerdings auch nicht verstecken, er hat eine gute Story, mit Sean Bean einen in seiner Rolle aufgehenden Protagonisten und einige sehr coole und witzige Passagen. Im Laufe des Story gewinnt man den Film immer mehr ab und ein Teil des Durchhaltevermögens für den etwas überlangen Streifen kommt daher, daß man auf jeden Fall wissen möchte wie die spannend angelegte Story endet.

Sam (Chris Hemsworth) fällt ein Koffer mit über 600.000 Dollar auf die Motorhaube und zusammen mit Leslie (Victoria Profeta) freuen die beiden sich über den absolut passenden Geldsegen und beginnen zugleich sich mit neuem Auto und sonstigen Konsumgütern auszustatten. Doch wie im realen Leben kommt das Geld nicht vom Himmel sondern gehört Pyke Kubic (Sean Bean) und seinem im Gefängnis sitzenden Zwillingsbruder aus einem Raub. Cleverness gehört zu Pyke's Handwerk und er macht sich auf die Spur nach dem Geld und findet Sam und Leslie mit einem Teil seines Geldes auf. Nun fängt der Spaß aber erst richtig an.....

Anfangs denkt man zwar, daß Sean Bean denkt er wäre Jeff Bridges, aber im Laufe des Film gewinnt er absolut an Glaubhaftigkeit und besticht nachhaltig durch ruhige aber konsistente Performance und gibt dem Gauner Pyke eine ganz eigene Note. Diese schwankt zwischen extremer Brutaliät und dem Verhalten eines Buchhalters der auch noch perfekt im Kopfrechnen ist. Um Rechnen geht es nämlich viel in dem Film, schließlich muß das Paar ja das fehlende Geld wieder eintreiben.

Die Dialoge und das schon sehr B-Film mäßige Verhalten und die Mimik des Pärchens werten den Film doch etwas ab. Vor allem Leslie bekommt manchmal so naive Worte in den Mund gelegt, das man kaum eine Absicht unterstellen kann. Sam bleibt relativ im Hintergrund und kann sich nicht wirklich in den Vordergrund spielen. So lebt der Film von der Performance von Sean Bean mit einer Rolle die ihm im Verlauf des Films immer mehr auf den Leib geschneidert scheint. Dabei gibt es wirklich schreiend komische Szenen ohne die der Film viel zu ernst geraten wäre.

Die insgesamt zu lange Spielzeit und einige Längen lassen sich verkraften und man ist am Ende mit dem Film versöhnt und hat sich doch weitestgehend amüsiert. Wer einen Thriller auf Blockbuster Niveau mit viel Action sucht wird enttäuscht sein, wer allerdings sich auf das angenehm gestaltete B-Niveau einlässt wird mit einer teils sehr lustigen Gangsterklamotte mit überraschenden Härtemomenten belohnt.

6/10 Punkten

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