Ganz viel „Descent“ und ein wenig „Planet der Affen“ findet sich in diesem Survival-Horror, der mal wieder erläutern möchte, wie unerforscht manche Teile der Großen Antillen sind.
Was da herumklettert und springt sieht aus wie eine Mischung aus Zottelaffe, Aboriginal und Frontman einer Death Metal Band und das wohl seit einigen Jahrhunderten.
Im weitesten Sinne also Tierhorror, der gute Ansätze bietet, sein Potential aber beileibe nicht ausschöpft.
Man ahnt bereits was folgen muss, wenn eine kleine Yacht mit Twen-Schnöseln ablegt: Man verfährt sich, läuft auf ein Riff auf und landet am Strand einer scheinbar unbewohnten Insel, bis die eigentümlichen Einheimischen die Jagd eröffnen.
Von dieser ist in der ersten halben Stunde natürlich nichts zu sehen. Heldin Liz und ihr zweifelhafter Mucki-Latino-Lover werden eingeführt, dazu der Abgewiesene, dessen Ex, die nun von einem neureichen Wanstigen umgarnt wird.
Bevor es zur Sache geht ein Heiratsantrag, etwas Gezicke und das übliche Feiern, bis am Morgen nach der Strandung Schleif – und Blutspuren im Sand auftauchen.
Leider geht nachfolgend alles recht schnell und konfrontationsarm von der Bühne. Eher unspektakulär wird die Gruppe rasch dezimiert, wobei kaum Blut fließt und nur leicht zerfleischte Leichen zu sehen sind.
Geschickter ist die Einbindung der Kreaturen gelungen, da man zunächst nur ein Grunzen aus dem Unterholz vernimmt und allenfalls ein sekundenschnelles Huschen notiert, wobei lediglich viel Fell zum Vorschein kommt.
Dabei ist die Kamera bemüht, die gefällige Kulisse eines Fleckchens Costa Ricas einzufangen, obgleich ein paar Panorama – und Luftaufnahmen gewiss ein wenig mehr Kontrast erzeugt hätten. Darstellerisch kann man sich zumindest auf Hauptfigur Liz einigermaßen verlassen, die letztlich auch das finale Drittel nahezu im Alleingang bestreiten muss.
Gerade hier zeigt sich, wie spannende Momente in einer Konzentration auf Beobachtung und Bewegung zum Tragen kommen, da die Viecher offensichtlich ein wenig nachtblind sind, was sich in Momenten wie Verstecken im hohlen Baumstamm, dem Durchschleichen einer Höhle und der Wiederbeschaffung des Gummifloßes äußert.
Gerade aufgrund fehlender Dialoge und zurückhaltendem Score wirkt diese Szenerie greifbarer und regt stellenweise ordentlich zum Mitfiebern an.
Vielmehr ist aus dem dünnen Sujet vielleicht auch nicht herauszuholen gewesen, denn von tiefer gehenden Erklärungsversuchen sieht man vollkommen ab, - man muss die Biester einfach so hinnehmen und sich vorstellen, dass sich hier irgendwann Ureinwohner, Brüllaffe und Hyäne kreuzten, wie auch immer das vonstatten gegangen sein könnte.
Ansonsten hätte man einigen Figuren durchaus mehr Screentime gewünscht, während die Kannibalenwesen mehr Biss hätten zeigen dürfen. Das mündet letztlich in einem passablen Beitrag, der innerhalb seiner 83 Minuten kurzweilig verläuft und handwerklich solide ausgestattet wurde, die Actionszenen jedoch etwas rar sät.
Aber es gibt ja noch eine Menge unerforschter Inseln mit möglichen Urzeit-Monstern…
6 von 10